Schäden laut Spindelegger noch nicht zu beziffern, Faymann in Ebensee

Drei Personen sitzen an einem Tisch vor einem Hintergrund des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten.
Die Regierung will bei der EU finanzielle Hilfe anfordern. Bundeskanzler Faymann macht sich in Ebensee ein Bild über die Lage.

Die Kosten sowie die budgetären Auswirkungen des Hochwassers sind in Österreich noch nicht abschätzbar, sagt Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP). „Es wäre zu früh, über ein Schadensausmaß zu reden, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Umweltminister Nikolaus Berlakovich (beide ÖVP) am Montag. Gemeinsam mit den betroffenen Nachbarstaaten, werde man bei der EU um Unterstützung ansuchen. Der Krisenstab im Innenministerium tage ständig, sagte Innenministerin Johann Mikl-Leitner. Bundeskanzler Werner Faymann, Verteidigungsminister Gerald Klug und Staatssekretär Josef Ostermayer (alle SPÖ) habenMontagvormittag die vom Hochwasser schwer getroffene oberösterreichische Gemeinde Ebensee besucht.

Gemeinsam mit Bayern, der Slowakei und Ungarn habe man sich geeinigt, bei der EU um Unterstützung aus dem 2002 eingerichteten Hilfskatastrophenfonds anzusuchen, sagte Spindelegger. Er sprach von einer “unglaublichen Schadenssumme", die für Österreich zu erwarten sei. Das Hochwasser habe allerdings noch längst nicht seinen Höhepunkt erreicht. Die Situation sei noch “äußerst angespannt".

Dank an die Helfer

Der Bundeskanzler und der Verteidigungsminister nahmen an der morgendlichen Lagebesprechung der Einsatzkräfte von Bundesheer, Feuerwehr und Polizei im Gemeindeamt Ebensee teil. Sie konnten sich dabei ein umfassendes Bild über die derzeitige Lage machen.

„Wir werden die Betroffenen hier in Ebensee wie in ganz Österreich selbstverständlich beim Wiederaufbau unterstützen. Wir lassen niemanden im Stich“, sagte der Kanzler. Man agiere hier in enger Abstimmung mit den Ländern, um „schnell und unbürokratisch zu helfen“, so Faymann. „Die Helfer vor Ort leisten Großartiges. Der Dank gilt hier vor allem den Feuerwehren, der Polizei, den Soldaten des Bundesheeres und den vielen Freiwilligen, die rund um die Uhr im Einsatz sind“, sagten Faymann und Klug.

Bundesheer

„Derzeit unterstützt das Bundesheer mit rund 700 Soldaten die zivilen Einsatzkräfte in den Katastrophengebieten. Weitere 2000 Soldaten halten sich für Einsätze bereit“, sagte Verteidigungsminister Gerald Klug. Zusätzlich wurden 24 Hubschrauber des Bundesheeres für Erkundungs- und Evakuierungsflüge eingesetzt.

Kritik der Opposition

Naturgemäß setzt es von der Opposition auch Kritik am Hochwasserschutz. „Aus dem Jahrhunderthochwasser 2002 hat die Regierung nichts gelernt. Denn Schutzbauten werden auf die lange Bank geschoben, Umweltminister Berlakovich hat heuer sogar die Mittel gekürzt“, kritisiert Team Stronach Umweltsprecher Erich Tadler. Für ihn ist es „ein Skandal, dass Milliarden nach Zypern und in andere marode Länder fließen, während Österreicher wegen fehlender Schutzanlagen durch Murenabgänge und Hochwasser ihr Hab und Gut verlieren.“

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