Baby durch Hundebiss schwer verletzt
Der Hund (Symbolbild) war ausgebüchst
Alexander lag in der Babywippe, die am Küchenboden abgestellt war. Die Mutter des zehn Wochen alten Buben verließ die Küche nur einen Augenblick: Da biss der Schäferhund der Familie zu und erwischte das Baby an Oberkörper und Beinen. Sein Zustand gilt auch wegen der hohen Infektionsgefahr bei Bisswunden als kritisch.
Die 35-Jährige aus der Oststeiermark holte selbst Hilfe. Alexander wurde zunächst in das Landesklinikum Wiener Neustadt gebracht, von dort jedoch weiter in das SMZ Ost nach Wien. Dort gibt es auf Wunsch der Eltern keine Auskünfte über Alexanders Befinden. Er ist das erste Kind der Oststeirer.
Nierenquetschung
Passiert ist das Unglück bereits Dienstagvormittag in Friedberg in der Nähe von Hartberg, wurde aber von der Polizei erst Freitag bekannt gegeben. Der Bub dürfte allerdings nicht am Kopf verletzt worden sein, sondern im Bereich des Oberkörpers. Angeblich soll er unter anderem eine so schwere Nierenquetschung erlitten haben, dass sogar über eine Entfernung einer Niere nachgedacht worden ist.
Alexanders Mutter konnte bisher noch nicht genau befragt werden, sie steht unter Schock. Auch die übrige Familie kann es nicht fassen: „Es war schlimm, wir haben gar nicht gewusst, was wir tun sollen“, erinnert sich Alexanders Oma Martha G. an das Unglück. Sie wisse auch nicht, warum der sonst friedliche Rüde zugebissen habe. „Da war vorher nie was.“ Er wurde von einem Amtstierarzt untersucht, routinemäßig auch auf Tollwut. Freitag wurde bekannt, dass der Hund eingeschläfert wurde.
Im vertrauten Umfeld
Dieser tragische Unfall passt genau in das Schema: In drei Viertel der Fälle, in denen Kinder Opfer von Hundebissen werden, schnappen ihnen bereits vertraute Tiere zu. Das geht aus Studien des Komitees „Große schützen Kleine“, aber auch Statistiken des Kuratoriums für Verkehrssicherheit hervor. 73 Prozent der Kinder sind jünger als zehn Jahre. Allerdings geht auch in den meisten Fällen eine Art Interaktion des Kindes mit dem Tier zuvor, spielen, füttern oder kuscheln. Pro Jahr müssen durchschnittlich 150 Kinder in der Steiermark nach Hundebissen behandelt werden.
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