Kinder von Lawine mitgerissen

Ein Schild warnt vor Lawinengefahr in den Bergen.
Zwei Buben hatten im Paznauntal ein Schneebrett ausgelöst. Sie konnten sich selbst befreien.

Riesen Glück hatten am Sonntagnachmittag mehrere einheimische Buben oberhalb von Kappl im Tiroler Paznauntal (Bezirk Landeck), als sie selbst im freien Skiraum ein Schneebrett auslösten. Zwei der vier Burschen im Alter von zehn und elf Jahren wurden rund 100 Meter mitgerissen und teilverschüttet. Einer blieb unverletzt, der Zweite erlitt mehrere Bänderverletzungen, berichtete die Polizei.

Das Quartett hatte gegen 15.00 Uhr beschlossen, die präparierte Piste zu verlassen und im Tiefschnee abzufahren. Keines der Kinder hatte eine Notfallausrüstung für Lawinen dabei.

Während ein Bursche auf der Piste zurück blieb, fuhren die drei anderen in den 33 Grad steilen Hang ein. Wegen eines Fahrfehlers kam einer zu Sturz und verlor dabei den Ski. Im selben Augenblick löste sich 100 Meter oberhalb ein 25 Meter breites und im Abrissbereich etwa 50 Zentimeter hohes Schneebrett.

Den Verletzten brachte die Pistenrettung zum Arzt.

Weiter "heikle" Lawinensituation

In den Tiroler Tourengebieten hat am Montag für den Wintersportler weiter eine "heikle Lawinensituation mit verbreitet erheblicher Lawinengefahr" bestanden. Die Experten des Landes warnten vor allem vor frischem Triebschnee, der "leicht zu stören" sei.

Triebschnee gab es vermehrt oberhalb der Waldgrenze allgemein in Rinnen und Mulden sowie im kammnahen Gelände. Die Anzahl an Gefahrenstellen nehme dabei mit zunehmender Seehöhe zu, warnte die Fachleute. Aus kammnahem, windabgewandten (vorwiegend nach Südosten exponierten) sehr steilen Gelände könnten am Montag durch weitere, zum Teil starke Verfrachtungen zudem auch noch spontane Schneebrettlawinen bis mittlerer Größe abgehen. In Osttirol war außerdem auf Gleitschneelawinen auf steilen Wiesenhängen zu achten.

Am meisten Schnee fiel in den vergangenen Stunden im Westen und Norden Nordtirols mit zehn bis 25 Zentimetern. Im übrigen Tirol waren es bis zu zehn Zentimetern. Begleitet waren diese Schneefälle weiterhin von sehr starkem bis stürmischem Wind, umfangreiche Schneeverfrachtungen waren die Folge. Für den Nachmittag prognostizierten die Meteorologen ein Abklingen die Schneeschauer auf Nordtirols Bergen, dafür würden sie an der Alpensüdseite wieder häufiger.

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