Sport/Wintersport

Nach Ausfällen: ÖSV-Coach schickt Slalom-Ass Strolz zum Super-G-Training

Mit dem Riesentorlauf am Chuenisbärgli in Adelboden beginnt am Samstag die Reihe der Klassiker im Ski-Weltcup. Für Johannes Strolz ist dann der Slalom am Sonntag richtungsweisend.

Im Vorjahr hatte der Vorarlberger dort seinen ersten Weltcupsieg gefeiert, nun kommt der Doppel-Olympiasieger mit drei Ausfällen in den ersten drei Bewerben der Saison zurück ins Berner Oberland. „Es wäre gut, wenn er jetzt in Adelboden anschreibt“, sagt ÖSV-Cheftrainer Marko Pfeifer.

KURIER: Wie können Sie als Trainer in dieser Phase Johannes Strolz helfen?

Marko Pfeifer: Nach dem Ausfall in Garmisch-Partenkirchen habe ich ihm gesagt: Es gibt noch fünf Rennen, das sind 500 Punkte, du hast noch alle Möglichkeiten – aber natürlich ist das immer leicht dahergeredet. Der Johannes muss das selbst verkraften. Vielleicht ist es ein Vorteil, dass er diese Sachen schon öfter mitgemacht hat. Am besten wäre, er fährt einfach drauflos.

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Leichter gesagt als getan.

Wenn du drei Mal nicht ins Ziel kommst, dann fängt das natürlich im Kopf an zu arbeiten und du denkst dir: Durchkommen, durchkommen – und dann fährt man mit angezogener Handbremse und es kann passieren, dass man plötzlich den Cut für die Top 30 nicht schafft. Das hat man ja schon häufig erlebt: Leute, die oft ausgefallen sind, probieren nur mehr, ins Ziel zu kommen und sind dann nicht mehr qualifiziert.

Andererseits war Johannes Strolz bis zu den Ausfällen durchaus schnell unterwegs.

Anders wäre es sicher blöder: Wenn du unten mit zwei, drei Sekunden Rückstand abschwingst, dann hast du ein größeres Problem. Bei Johannes ist jetzt halt einiges zusammengekommen.

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Sie sprechen von der abgebrochenen Torstange, die ihn in Madonna di Campiglio aus dem Lauf warf.

Das ist extrem blöd gelaufen, da war er richtig gut am Weg und hätte sicher ein tolles Ergebnis eingefahren. Dann läuft das in eine andere Richtung. Noch einmal: Wir unterstützen Johannes, wo wir können. Aber es nützt nichts: Er muss mit der Sache fertig werden. Mir ist lieber, er riskiert und haut einmal einen richtigen Kracher raus, als er bremst und fährt um Platz 20. Es geht ja auch um die Startplätze für die WM.

Ist es in dieser Phase ein Handicap, dass Strolz nur eine Disziplin fährt?

Natürlich ist es ein Vorteil, wenn du dir in der zweiten Disziplin ein Erfolgserlebnis holen kannst und das andere vergisst. Wenn du ein Eine-Disziplin-Fahrer bist und es läuft von Beginn an nicht, dann wird es schwierig. Deshalb schicken wir Johannes nächste Woche zum Super-G-Training, damit er einmal auf anderen Skiern steht.