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Paris Hilton spricht über Abtreibung und Missbrauch in ihrer Jugend

US-Realitystar Paris Hilton hat eigenen Angaben zufolge in ihren 20ern eine Abtreibung durchführen lassen. Im Interview mit der Zeitschrift Glamour schilderte die Millionenerbin, warum sie sich für den Schwangerschaftsabbruch entschieden hatte: "Ich war ein Kind und noch nicht bereit dafür."

Hilton: "Dein Körper - deine Entscheidung"

Die Entscheidung habe einst viele Schamgefühle in ihr ausgelöst. Jetzt möchte sie ihre Stimme aber für politisches Engagement nutzen: "Es dreht sich einfach alles um Politik, aber es geht um den Körper einer Frau... Warum sollte es ein Gesetz geben, das darauf basiert? Es ist dein Körper, deine Entscheidung - daran glaube ich wirklich."

In den USA werden Abtreibungsrechte stark diskutiert. Abtreibungen waren über Jahrzehnte mindestens bis zur Lebensfähigkeit des Fötus erlaubt, etwa bis zur 24. Woche. Der Supreme Court kippte diese Entscheidung jedoch vergangenes Jahr und machte damit den Weg für strengere Abtreibungsgesetze frei - bis hin zu kompletten Verboten.

Paris Hilton und ihr Mann Carter Reum sind erst kürzlich per Leihmutter Eltern eines Sohnes namens Phoenix Barron Hilton Reum geworden. In jüngerer Vergangenheit hatte Hilton wiederholt ihren Kinderwunsch thematisiert. Im Dezember erklärte sie, dass sie sich während des pandemiebedingten Lockdowns Eizellen habe entnehmen lassen.

Missbrauch im Jugendalter

Im Glamour-Gespräch sprach Hilton auch darüber, dass ihre erste sexuelle Begegnung im Alter von 15 Jahren nicht einvernehmlich 15 Jahren stattgefunden habe. Der Täter sei ein älterer Mann gewesen, den sie in einem Einkaufszentrum in Kalifornien kennengelernt hatte. Er habe ihr etwas ins Getränk getan und sie missbraucht, so Hilton. "Als ich vielleicht ein oder zwei Schlucke getrunken hatte, wurde mir sofort schwindelig." Sie sei ohnmächtig geworden und ein paar Stunden später aufgewacht, wissend, das etwas passiert war. "Ich habe mich daran erinnert", erzählte Hilton. "Ich habe Visionen von ihm auf mir, wie er meinen Mund zuhält und mir ins Ohr flüstert: 'Du träumst, du träumst'".

Sind Sie Opfer einer Straftat geworden? Informationen, kostenlose Beratung und Unterstützung erhalten Sie bei der Verbrechensopferhilfe WEISSER RING. Telefonberatung unter: 0800 112 112

Wenn Gewalt oder Missbrauch einen Ihrer Angehörigen, Bekannten, eine Schülerin oder einen Schüler betreffen, dann wenden Sie sich an die Beratungsstelle Die möwe. Telefonberatung unter: 01 532 15 15

Wenn Sie als Frau von Gewalt betroffen sind, wenden Sie sich an die Frauenhelpline. Die Beratungs- und Hilfsangebote sind kostenlos und das Team rund um die Uhr erreichbar. Telefonberatung unter: 0800 222 555

Es ist nicht das erste Mal, dass die Unternehmerin über ihre traumatischen Erlebnisse spricht: Nach eigenen Worten ist sie bereits als Schülerin in einem Internat sexuell missbraucht worden. In den frühen Morgenstunden seien männliche Mitarbeiter der Schule Provo Canyon im US-Staat Utah in ihr Zimmer gekommen und hätten sie und andere Mädchen zu angeblich medizinischen Untersuchungen mitgenommen. Das sagte Hilton 2022 der New York TimesHilton habe diese Erfahrungen in den 1990er Jahren gemacht, als ihre Eltern sie in ein therapeutisches Internat für Jugendliche schickten. "Dann legten sie uns auf Tische und steckten ihre Finger in uns", erzählte Hilton in einem Video, sichtlich erschüttert und den Tränen nah. "Das war definitiv kein Arzt."

Sie habe das jahrelang verdrängt, doch es komme immer wieder zurück: "Und jetzt, wenn ich als Erwachsene zurückblicke, war das definitiv sexueller Missbrauch." Hilton kämpft schon seit längerem dafür, dass die Schule in Utah geschlossen wird. Sie sei dort auch physisch und psychisch misshandelt wordeAuch auf ihrem Twitter-Konto schrieb Hilton über diese Erfahrungen. Sie sei des Schlafes beraubt und mit Medikamenten vollgepumpt worden und habe nicht verstanden, was vor sich ging. Als sie gezwungen worden sei, sich für eine Gebärmutterhalsuntersuchung auf einen gepolsterten Tisch zu legen und die Beine zu spreizen, habe sie geweint, geschrien und "Nein" gesagt. "Sie sagten nur: Sei still!" Ihre Kindheit sei ihr gestohlen worden, schrieb Hilton weiter. Es mache sie fertig, dass dies immer noch unschuldigen Kindern widerfahre.

Für internationales Aufsehen sorgten Anfang der 2000er-Jahre Aufnahmen Hiltons beim Sex mit ihrem damaligen Freund Rick Salomon, der diese ohne ihre Einwilligung veröffentlichte. "Es war wie eine Vergewaltigung", sagt sie dazu einmal in einer Dokumentation. "Es fühlte sich an, als hätte ich einen Teil meiner Seele verloren." Sie habe in einigen Momenten sterben wollen und empfand die Situation, als habe man ihr alles weggenommen.