Politik/Inland

Stromversorgung im Stresstest: "Lage äußerst herausfordernd aber beherrschbar"

Wie sicher ist die Stromversorgung im kommenden Winter? Die Ergebnisse eines Stresstests des Austrian Power Grid geben darüber Aufschluss. 

Sie wurden von Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) und dem Vorstand des Austrian Power Grid, Gerhard Christiner, bei einer Pressekonferenz informiert. 

Die Quintessenz laut Gewessler: Die Situation wird "äußerst herausfordernd, bleibt aber beherrschbar".

Grund für die angespannte Lage an den Strom- und Energiemärkten sind die Ukraine-Krise, die besondere Trockenheit im Sommer, die drohende teilweise Nichtverfügbarkeit französischer Atomkraftwerke in den kommenden Monaten, mögliche Erzeugungseinbußen bei Gas- und Kohlekraftwerken sowie die Strom-Importabhängigkeit Österreichs in den Wintermonaten.

Die gute Nachricht: In keinem einzigen Szenario des Stresstests gebe es ein erhöhtes Blackout-Risiko.

Zu einer Lastunterdeckung (also mehr Strom-Nachfrage als Angebot) kommt es erst im kritischen und sehr kritischen Szenario. Diese gelten aber als relativ unwahrscheinlich. Lastunterdeckung heiße aber nicht automatisch Stromausfall, "sondern dass man gezielt an diesem Punkt den Verbrauch reduzieren muss“, sagt Gewessler. Diese kritischen Szenarien würden dann weniger wahrscheinlich, wenn alle Menschen und Unternehmen mit Strom sparsam umgehen. 

Die weniger gute Nachricht: 27 Prozent des Strombedarfs im Winter decken wir in Europa mit Atomkraft, erklärt Christiner. Ein neues finnisches Atomkraftwerk wird aber nicht wie geplant ans Netz gehen. 

Auch auf Gas könne man im Strombereich nicht verzichten. "Ein Drittel der Kapazitäten müssen für Stromversorgung herangezogen werden", sagt Christiner. 

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