Politik/Ausland

Kohle-Protest in Lützerath: Verbliebene Aktivisten verlassen Tunnel

Fünf Tage nach Beginn der Räumung von Lützerath haben die zwei noch verbliebenen Klimaaktivisten freiwillig einen unterirdischen Tunnel unter der Siedlung verlassen. Sie galten als letzte Besetzer des deutschen Ortes, in dem der Energiekonzern RWE schon bald Braunkohle abbauen will. 

Man sei „erleichtert“, dass die „lebensbedrohliche Situation“ auf diese Weise beendet worden sei, teilte RWE am Montag mit. „Eine Rettung aus dem Tunnel gegen den angekündigten Widerstand der Personen wäre mit hohen Risiken verbunden gewesen, auch für die Rettungskräfte“, hieß es.

Auch die Lützerath-Aktivisten erklärten, dass die beiden Personen den Tunnel „selbst“ verlassen hätten. „Tausend Dank für euren lebensgefährlichen Einsatz gegen die Braunkohle & Kapitalismus“, twitterten sie.

Alle Inhalte anzeigen

Nach dem Abzug der Tunnel-Besetzer ist der Lützerath nun vollständig geräumt. Die meisten Gebäude waren am Sonntag schon abgerissen - darunter auch der Bauernhof von Bauer Eckardt Heukamp, des letzten Landwirts von Lützerath. Bei der Räumung wurden nach Angaben der Polizei mehr als 100 Einsatzkräfte verletzt; die Aktivisten berichteten von rund 300 Verletzten in ihren Reihen.

Nach dem vollständigen Abriss will RWE die darunter liegende Kohle abbaggern. Man erwarte, dass der Rückbau noch acht bis zehn Tage dauere, sagte ein Firmensprecher der Rheinischen Post. "Im März oder April könnte der Tagebau dann das frühere Dorf erreichen und abbaggern."

Alle Inhalte anzeigen

Klimaschützer wollen bis dahin weiter gegen den Braunkohleabbau protestieren, auch am Montag gab es mehrere Aktionen.

So wurde im rund 20 Kilometer von Lützerath entfernten Tagebau Hambach in den frühen Morgenstunden ein Schaufelradbagger besetzt. Außerdem seilten sich Klimaaktivisten in Rollstühlen von einer Autobahnbrücke bei Lützerath ab.