Chronik/Welt

Coronavirus: Italien hat nun mehr Todesopfer als China

Der Ursprung des Coronavirus liegt bekanntlich in Wuhan, Hauptstadt der chinesischen Provinz Hubei. Während China mittlerweile das Coronavirus - laut offiziellen Zahlen - unter Kontrolle bekommen hat und die Zahl der Neuinfektionen täglich kaum mehr steigt, hat Italien das nicht geschafft. Allen voran der Norden und dort insbesondere die Region Lombardei, haben eine erschreckende Zahl an Neuinfektionen und Todesopfern zu verzeichnen.

Nun ist geschehen, was längst absehbar war: Italien hat seit Donnerstagabend die weltweit meisten Coronavirus-Todesopfer. Innerhalb 24 Stunden starben 427 weitere Personen. Damit verzeichnet Italien aktuell - Stand Donnerstagabend - 3.405 registrierten Corona-Toten. In China fielen 3.245 Menschen dem Virus zum Opfer.

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Der Anstieg ist damit geringer als am Mittwoch, als die Zahl der Todesopfer um ein Rekordhoch von 475 gestiegen war. Die Zahl der Infizierten kletterte auf 33.190, was einem Zuwachs von 4.480 Personen entspricht, teilte der italienische Zivilschutz in Rom mit. 2.498 Personen liegen auf der Intensivstation. 4.440 Menschen sind inzwischen genesen. Zum Vergleich: In China gab es bisher knapp über 81.000 Infizierte.

Enorm hohe Sterberate

Die Sterberate ist in Italien somit weitaus höher, sie liegt bei über sieben Prozent. Das könnte einerseits daran liegen, dass im Schnitt besonders viele alte Menschen in Italien am Virus erkranken - oder Menschen erst getestet werden, wenn sie Symptome aufweisen. Jüngere Personen haben meist mildere Krankheitsverläufe.

Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe, weil ihr Immunsystem nicht mehr so gut arbeitet und oft Vorerkrankungen vorliegen. Laut der medizinischen Fachzeitschrift Jama aus den USA sind 35,6 Prozent der Infizierten in Italien zwischen 70 und 79 Jahre alt - über 50 Prozent der Erkrankten seien noch älter. Das Risiko, an der Erkrankung zu sterben, steigt ab 70 auf knapp zehn Prozent, bei über 80 liegt es bei 18 Prozent.

Das italienische Gesundheitssystem ist jedenfalls völlig überfordert mit der Situation. Ärzte berichten von Zuständen wie in Kriegsgebieten. Täglich müssen sie über Leben und Tod entscheiden: Wer bekommt noch ein Beatmungsgerät, bei wem ist die Situation aussichtsloser? Zustände, die Österreich mit den aktuellen, rigiden Maßnahmen wegen einer begrenzten Zahl an Intensivbetten dringend verhindern will.

Lombardei bleibt Krisenherd

Italiens katholische Bischöfe haben für diesen Donnerstagabend zu einem Rosenkranzgebet gegen das Coronavirus aufgerufen. Für 21 Uhr sind alle Italiener zu "einem Moment des Gebets für das ganze Land" angehalten. Wer mitmachen will, soll "als Symbol der Verbundenheit und Hoffnung" eine Kerze oder ein weißes Tuch am Fenster anbringen.

In der Lombardei stieg die Zahl der Todesopfer auf 2.168, das sind 209 mehr als am Mittwoch. Die Zahl der Infizierten kletterte von 17.713 auf 19.884.

In Kärntens Nachbarregion Friaul Julisch Venetien stieg die Zahl der Coronavirus-Todesopfer auf 36. Die Zahl der Infizierten wuchs auf 522 Personen, das sind 137 mehr als am Mittwoch, berichteten die regionalen Gesundheitsbehörden am Donnerstag. Die meisten Infizierten (266 Fälle) wurden in der Provinz Udine gemeldet. Vier Personen wurden genesen. 134 Personen liegen im Krankenhaus, davon 29 auf der Intensivstation.

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