Chronik/Österreich

Erfolgreiche Schweizer Klimaklage: Auch Österreicher zieht vor Gericht

Wir alle spüren die Klimaveränderung. Doch manche trifft es besonders hart. Mex M. aus dem niederösterreichischen Waldviertel leidet an Multipler Sklerose. Sobald es wärmer als 25 Grad wird, verlangsamt sich seine Nervenleit-Geschwindigkeit.

Bedeutet: Die Krankheitssymptome verschlimmern sich. Er ist dann auf einen Rollstuhl angewiesen. Übersteigt die Temperatur 30 Grad, kann er diesen auch nicht mehr selbst schieben.

Nachdem am Dienstag eine Gruppe Schweizer Seniorinnen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg Recht bekommen hat (die Schweiz tut nicht genug gegen den Klimawandel, Anm.), stehen die Chancen für den Österreicher gut, ist seine Anwältin Michaela Krömer optimistisch. 

Mex M. hat deshalb bereits die Republik Österreich verklagt. Er sieht sein Grundrecht auf Gesundheit verletzt. Doch der Verfassungsgerichtshof wies die Klage zurück. Er versucht es deshalb in Straßburg.

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"Eine historische Entscheidung, dass Staaten eine Schutzpflicht in Klimafragen haben", stellt Anwältin Krömer fest. "Für uns ist die Feststellung spannend, dass bei Individuen wie Mex eine hohe Betroffenheit vorhanden sein muss." Und das sieht sie bei ihrem Mandanten als erfüllt an. Denn Mex sei ein direktes Opfer des Klimawandels. Der 43-Jährige war bis zu seiner Berufsunfähigkeitspension übrigens Energieberater. 

Wann der Fall von Mex in der Großen Kammer des EGMR behandelt wird, steht noch nicht fest.