Chronik/Österreich

Die „Kühl-Heiligen“ lassen den Muttertag ins Wasser fallen

Mit Regenschauern und Temperaturen nur knapp über der Zehn-Grad-Marke machte Pankratius als zweiter der Eisheiligen seinem Ruf am Freitag alle Ehre.

Und auch seine unterkühlten Begleiter – Servatius, Bonifatius und die „nasse“ Sophie – werden in den nächsten Tagen ihren Charakter (leider) voll erfüllen.

"Frost im Mai ist selten

Wenn auch nicht mehr ganz so extrem, wie es in vielen Bauernregeln überliefert wird: „Frost im Mai ist mittlerweile selten. Im Flachland ist er dieses Jahr so gut wie ausgeschlossen, die Eisheiligen sind also heuer eher Kühl-Heilige“, meint Nikolas Zimmermann vom Wetterdienst Ubimet.

Auch im Vorjahr erfüllten sich die jahrhundertealten Wetterregeln nicht. Statt einem erneuten Wintereinbruch brachten die Heiligen bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 30 Grad sogar die ersten Hitzetage des Jahres.

Typischer Kälteeinbruch im Gepäck

Das Wetter an diesem Wochenende entspricht da aber schon eher den Bauernregeln. Wenn auch ohne Frost, haben die Eisheiligen heuer den für Mai typischen Kaltlufteinbruch mit im Gepäck: „Unbeständiges Tiefdruckwetter bringt uns immer wieder Regen und Temperaturen zwischen 9 und 17 Grad“, lautet der Ausblick des Meteorologen.

Und damit fällt auch der Muttertag am morgigen Sonntag ins Wasser. „Die schlechtesten Bedingungen herrschen im äußersten Osten des Landes. In der Südsteiermark, dem Burgenland und dem östlichen Flachland in Niederösterreich ist nur mit wenig Sonne und ganztags auch mit Regen zu rechnen“, sagt Zimmermann.

Westen: Sonne am Vormittag 

Ein Muttertagsspaziergang im Sonnenschein könnte sich hingegen am ehesten am Vormittag im Westen des Landes ausgehen. „Aber auch in den Alpen ist am Nachmittag mit Regen und Gewittern zu rechnen.“

Während sich in Liezen oder Innsbruck sogar bis zu 18 Grad ausgehen könnten, bleibt es im Rest des Landes aber kühl. Anders als in den letzten drei Jahren, wo die Temperaturen 2021 sogar auf bis zu 27 Grad kletterten, erwartet uns heuer also ein ungemütlicher Muttertag.

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"Nasse Sophie" wird Namen gerecht

Auch am Montag wird die „nasse Sophie“ ihrem Namen gerecht. „Nur im Süden und Osten ist eine geringe Wetterverbesserung in Sicht“, so Zimmermann.

Vor allem von Vorarlberg bis Oberösterreich wird sich die Sonne nur zwischendurch blicken lassen. Nachmittags ist mit Regenschauern und sogar Gewittern zu rechnen.

Es wird wärmer

Mit der neuen Woche kommt aber schon langsam Besserung in Sicht: „Das Tiefdruckgebiet verlagert sich von Mittel- nach Südwest-Europa. Ein wirklich stabiles Hoch erwartet uns aber auch nicht“, dämpft der Meteorologen allzu optimistische Erwartungen.

Erst zu Christi Himmelfahrt am Donnerstag dürfte uns wärmeres Feiertagswetter erwarten.

Die Temperaturen könnten auf bis zu 22 Grad steigen. „Damit nähern wir uns dem jahreszeitlichem Mittel wieder an“, so der Meteorologe. Längere kühle Phasen wie in diesem Jahr seien im Frühling normal. „Heuer war es aber auffällig nass. Aus meteorologischer Sicht ist die Dürre damit beendet“, so Zimmermann. Alle Wasserreserven seien – etwa im Burgenland – aber noch nicht wieder aufgefüllt.