Chronik/Österreich

Wien startet die dritte Impfrunde

Im Liesinger Pflegewohnhaus St. Barbara der Caritas Wien wird heute, Donnerstag, mit der dritten Impfrunde begonnen. Das stellt den Auftakt für die Auffrischungsimpfungen in Wien dar. Ab morgen, Freitag ist es auch möglich, sich online über impfservice.wien oder auch telefonisch über 1450 für eine dritte Impfung anzumelden.

Geimpft wird entsprechend der Vorgaben des Nationalen Impfgremiums mit den Impfstoffen der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna. "Durch die rasche Vorgangsweise können wir den Wienerinnen und Wienern aber besonders allen gefährdeten Personen garantieren, dass ihr Schutz gegen den Virus bestmöglich aufrecht erhalten bleibt“, unterstreicht Wiens Bürgermeister Michael Ludwig via Aussendung.

"Nachdem klar wurde, dass die Wirkung der Impfungen mit der Zeit nachlässt und das Nationale Impfgremium eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen hat, haben wir in Wien mit Hochdruck daran gearbeitet eine dritte Impfung zu ermöglichen. Zu den Erst- und Zweitimpfungen im Winter und Frühjahr dieses Jahres gibt es einen wesentlichen Unterschied – ein Impfstoffmangel wird es nicht mehr geben“, versichert Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.

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Niederösterreich impft schon, andere Bundesländer folgen

In Niederösterreich ist der Startschuss zur dritten Runde bereits erfolgt. Zunächst sind ältere Menschen und Risikopatienten in Pflegeheimen und Kliniken an der Reihe. Ab Mitte September soll für alle ab 65 Jahren und Personen mit Vorerkrankungen die Möglichkeit auf den dritten Stich bestehen.

In Oberösterreich und der Steiermark gibt es die Auffrischungsimpfung ab kommender Woche. Auch hier sind Alters- und Pflegeheime als Erstes dran. Salzburg startet am kommenden Wochenende.

Im Burgenland wartet man laut ORF noch auf die Aufklärungsbögen des Bundes. Diese seien eine wichtige Voraussetzung, Fragen der Zulassung und Haftung seien noch ungeklärt, sagt Impfkoordinator Markus Halwax.

Einverständniserklärungen und Aufklärungsbögen fehlen

Generell sehen sich die meisten Bundesländer schon bereit für Runde Drei, könnten also mit den Impfungen in den nächsten Tagen beginnen, vermissen allerdings einheitliche Vorgaben des Bundes.

So ist vielerorts die Honorarfrage noch nicht geklärt. Die Auffrischungsimpfungen sollen überwiegend von den Hausärzten übernommen werden. Zwischen Ärztekammer, Gesundheitsministerium und der Gesundheitskasse gibt es aber oft noch keine Honorarvereinbarung.

Auch fehlen noch Einverständniserklärungen und Aufklärungsbögen. "Was uns insbesondere noch fehlt, ist die Einverständniserklärung für die dritte Impfung“, betonte etwa die Vorarlberger Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher von der ÖVP gestern gegenüber dem Ö1-Morgenjournal. "Das brauchen wir als Vorlage."

In der Steiermark wird betont, die Rahmenbedingungen zur Haftung oder Abrechnung seitens des Bundes müssten noch geklärt werden.

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Eigentlich gab Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein Mitte August bekannt, ab dem 17. Oktober die dritte Runde im Impfkarussell starten zu wollen – also sechs bis neun Monate nach der Vollimmunisierung - doch ist in den Bundesländern aufgrund mangelnder Impfmotivation in der Bevölkerung genügend Impfstoff vorhanden, sodass man früher mit der Auffrischung starten kann.

Bei Risikogruppen mit der Auffrischung nicht erst neun Monate nach dem Zweitstich zu starten, sondern schon früher, macht epidemiologisch Sinn. Ende voriger Woche erst mahnte die Ärztekammer zur Eile und forderte "ehebaldigst" mit der dritten Runde der Durchimpfung zu beginnen.

Das Nationale Impfgremium empfiehlt für Personen ab 65 Jahren, Hochrisiko- und Risikopatienten sowie Personen, die den Impfstoff Astra Zeneca und Johnson bekommen haben einen Drittstich ab sechs Monaten nach dem Zweitstich, für gesunde Personen wird ein zeitlicher Abstand von neun Monaten empfohlen.

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