Wirtschaft

Millionenpleite eines namhaften Autoindustrie-Zulieferers

Am Wochenende hat sich diese Großpleite bereits angekündigt, jetzt ist es fix: Die Gruber & Kaja High Tech Metals GmbH, ein Tochterunternehmen der Fa. HTI High Tech Industries AG, hat Insolvenz angemeldet. Das bestätigen die Gläubigerschutzverbände Creditreform und KSV1870 dem KURIER. 201 Mitarbeiter sind betroffen. Den Gläubigern wird ein Sanierungsplan angeboten.

Das Unternehmen erzeugt Druckgusskomponenten aus Aluminium für die Automobilbranche. Laut dem Insolvenzantrag erfolgten durch Restrukturierungsmaßnahmen im „HTI-Konzern“ die Einstiege internationaler Gesellschaften als Aktionäre auf HTI-Ebene. Anfang 2018 wurden die Geschäftsfelder des Konzerns bereinigt, alle nicht den Aluminium-Druckguss betreffenden Teilbereiche wie insbesondere der „Kunststoff-Spritzguss“ wurden abgegeben. Die HTI-Gruppe fokusiert sich nur noch auf den Aluminiumdruckguss.

"In den vergangenen Jahren habe man sämtliche Produktionsabläufe modernisiert, durch die „Auslagerung“ des Eigentums an den Maschinen und deren nachfolgendes Leasing konnte das dadurch zugeführte Kapital dazu verwendet werden, unter anderem in neue Produktionsstraßen zu investieren", heißt es weiter. "Modernisierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen hätten nunmehr erste Erfolge gezeigt, wären jedoch weitere, finanzintensive Schritte nötig."

Aufgrund ungelöster Altlasten, des erhöhten Investitionsbedarfes, des Auftragsrückganges durch die sogenannte „Dieselkrise“ kann das Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen.

Schulden und Vermögen

Die Verbindlichkeiten werden mit 27,128 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 5,11 Millionen Euro Leasingverpflichtungen, 4,463 Millionen Euro auf Lieferanten, 3,5 Millionen Euro auf Kündigungsentschädigungen, 2,068 Millionen Euro auf erhaltene Anzahlungen, 2,139 Millionen Euro auf die Gebietskrankenkasse, 502.000 Euro auf die Mitarbeiter (Löhne/Gehälter) und 5,347 Millionen Euro auf Konzernforderungen.

Das Vermögen hat einen Buchwert in Höhe von 9,379 Millionen Euro, aber das freie Vermögen beträgt lediglich 4,257 Millionen Euro, davon entfallen eine Million auf halbfertige Produkte, 500.000 Euro auf Warenvorräte, 429.000 Euro auf offene Forderungen, 362.000 Euro auf Bankguthaben, 697.000 Euro auf Kautionen und 968.000 Euro auf sonstige Forderungen.

Den 240 Gläubigern wird laut Creditreform eine Quote in Höhe von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren angeboten.

HTI soll ebenfalls Antrag stellen

"Das nun eröffnete Insolvenzverfahren der Gruber & Kaja High Tech Metals GmbH dürfte auch Auswirkungen auf die Liquidität des Mutterunternehmens haben", heißt es dazu vom KSV1870. Dem Vernehmen nach wurde von der Konzernspitzengesellschaft angekündigt, "zeitversetzt ebenfalls einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung zu stellen. Die diesbezüglich weitere Entwicklung bleibt aus heutiger Sicht abzuwarten.