Leben/Mode & Beauty

Paris: So emotional war Lagerfelds letzte Chanel-Show

Völlige Stille. Atemlose Stille. Obwohl sicher rund tausend Menschen da waren. Kein einziges störendes Geräusch. Niemand hustete. Dafür flossen Tränen. Verstohlen wischten sie sich manche Besucher aus dem Gesicht. Oder auch ganz offen. Dann sprach Karl Lagerfeld. Vom Band. Auf Französisch. Zum Schluss englisch: „Es ist wie ein Spaziergang durch ein Gemälde...“

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Bei aller Traurigkeit war es wie immer trotzdem spannend, auf das Grand Palais zuzugehen. Was hatte Karl Lagerfeld sich diesmal als Kulisse ausgedacht – für seine letzte Chanel-Show. Ist der Modekaiser doch am 19. Februar gestorben. Eine Winterlandschaft tat sich vor einem auf. Ja, natürlich. Wurde doch die kommende Kollektion für Herbst-Winter 2019/20 gezeigt. Aber viel mehr noch liebte Karl Schnee. Fiel der erste in Paris, ging er gerne auf die Straße und fotografierte.

Die letzten Modelle der Kollektion erinnerten an Schneebälle. Aber zurück zur Kulisse. So großartig wieder, so perfekt, wie da eine mit (Kunst-) Schnee bedeckte Landschaft voller ländlicher Häuser, Bäume und Bänke, am Ende in Fotos überging. Man fühlte sich in eine verschneite Bergwelt versetzt. In Salzburg? Hier wurde ja Coco Chanel bekanntlich von den eingefassten Lodenjacken der Hotelboys zum Chanel-Kostüm inspiriert.

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In einem Schneeberg steckten Skier. Klarerweise mit Logo. Es wurde wie wild fotografiert – auch von Promis. Darunter Claudia Schiffer, Naomi Campbell, Kristen Stewart, Stella Tennant. Besonders den jungen Besuchern machte es offensichtlich Spaß, sich mit diesem grandiosen Hintergrund ablichten zu lassen. Oder mit der Zeichnung von Karl Lagerfeld „The beat must go on...“, die in den Mappen auf jedem Sitz lag. Der Kunstschnee wurde fürs Foto in die Luft geworfen. Auch noch lange nach der Show.

Schweigeminute

Als endlich alle auf ihrem Platz auf den Bänken vor jedem Haus saßen, trat ein Model nach dem anderen aus dem „Chalet Gardenia“, bildete eine Gruppe davor . Dann ertönte die Bitte zur Schweigeminute. Nachdem die Stimme von Lagerfeld ertönt war, ging der Spaziergang der Models durch das verschneite Alpendorf los. Ganz am Schluss dabei: Penelope Cruz, die seit einiger Zeit für Chanel Werbung macht.

Und danach erzählte, dass sie Karl gebeten hatte, ob sie mitlaufen darf. Cruz: „Es war großartig, mit allen Menschen, die ihm nahe standen und die ihn verehren, die Möglichkeit zu haben, dabei zu sein. Die Kollektion beinhaltet alles: die Vergangenheit von Chanel, die Gegenwart und die Zukunft. Ich bin begeistert.“ Naomi Campbell: „Ich habe 32 großartige Jahre mit ihm gearbeitet. Ich habe gedacht und gehofft, er ist unsterblich.“

Claudia Schiffer gab sich ihrer Trauer hin, wollte nichts sagen. Wunderbar, wie schon Penelope Cruz sagte, die Kollektion. Hauptsächlich in Karls Lieblingsfarbkombination Schwarz-Weiß gehalten. Auch leuchtende Farben fehlten nicht: Lila, Blau, Rot.

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Am Ende der Show  ein ganz kurzes Erscheinen von Virginie Viard, die seit 30 Jahren  Karls Mitarbeiterin ist und seine designierte Nachfolgerin. Der Applaus ging bald in Standing Ovations über, wollte nicht und nicht enden. Danke, Karl, für dieses wieder wunderbare Erlebnis durch dich. Auch wenn es von Tränen begleitet war.

Karl Lagerfelds letzte Chanel-Show: Die wichtigsten Looks

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