Sport/Wintersport

"Tut nichts weh": Familienvater Feller will bis 35 Skirennen fahren

Am 13. Oktober steht für Skirennläufer Manuel Feller ein runder Geburtstag an. "Ich habe vor fünf Jahren gesagt, wenn ich bis 30 fahre, habe ich mein Ziel erreicht. Jetzt werde ich 30 und habe ein neues Ziel - 35", verriet der Slalom- und Riesentorlauf-Spezialist, der nach einer guten Vorbereitung topfit und vor allem schmerzfrei ist. Einziger Wermutstropfen im Sommer: Als zweifacher Familienvater spürte Feller die Schattenseiten des Trainings auf der Südhalbkugel deutlich.

Sportlich seien die Bedingungen in Chile bestens gewesen. "Wir haben von 14 Tagen 13 himmelblaue Tage gehabt ohne eine Wolke, die haben wir auch sehr gut genutzt", sagte der Tiroler. "Vom aktuellen Stand der Dinge habe ich sechs, sieben Skitage mehr als letztes Jahr um die Zeit. Mit weit besseren Bedingungen." Wobei sich Feller fast ausschließlich dem Riesentorlauf widmete und den Slalom vorerst links liegen ließ. Nach dem Saison-Opener in Sölden sind es auch noch knapp sieben Wochen bis zum ersten Weltcup-Slalom in Val d'Isere. "Wenn ich meine zehn gute Slalom-Tage kriege, bin ich bereit."

Mit dem Status quo ist Feller zufrieden. Sein geplagter Rücken sei aktuell weder beim Skifahren noch im Alltag eine Belastung. "Ich weiß, dass ich gut drauf bin. Es tut nichts weh. Ich fahr so befreit Ski wie schon seit ich 20 Jahre alt war nicht mehr. Von dem her blicke ich positiv und mit Vorfreude auf Sölden." Im Gletscherskigebiet im Ötztal steigt am 23. Oktober der erste Riesentorlauf und zugleich das erste Rennen der Saison für die Alpin-Männer.

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Beschwerlich war für Feller einerseits der Jetlag, doch der ist knapp zwei Wochen nach der Ankunft in Österreich mittlerweile überwunden. Mehr noch quälte den Fieberbrunner freilich die lange Trennung von seiner Familie. "Übersee ist natürlich mit Family auch nicht einfach, wenn du zwei kleine Kinder daheim ist, drei Wochen weg zu sein. Nicht nur die Kinder, auch die Beziehung leidet darunter", erklärte er. "Chile hat auch nicht das beste Internet, da funktioniert es nicht jeden Tag mit Telefonieren."

Söhnchen Lio ist fast drei Jahre alt, Töchterchen Laila kam im Vorjahr auf die Welt. Zu Hause sei immer Action. "Da ist sehr wenig Zeit zum Regenerieren. Da muss man immer schauen, wie man alles unter einen Hut kriegt. Aber ich habe da sehr gute Unterstützung von daheim." Die Beziehung zu seiner Lebensgefährtin funktioniere gut - trotz der vielen Reisen von Feller. "Vor allem bei ganz kleinen Kindern ist zuerst sowieso immer die Mama gefragt. Beim Großen wird es schon ein bisschen anders, da ist dann schon teilweise Papa."

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Lio rutscht laut Feller auf Skiern schon "im Märchenwald" herum und fiebert bei Rennen mit dem Papa mit. "In Chile habe ich ein Bild gekriegt, für einen knapp Dreijährigen schon sehr gut. Skistöcke, Helm und Schnee hat er alles gezeichnet: Papa in Chile", erzählte der Sportler. Während des Weltcup-Winters werde der Sohnemann auch bei ein paar Rennen zumindest im ersten Durchgang vor Ort dabei sein. "Die vielen Leute, das Halligalli fasziniert ihn", sagte Feller.

In dieser Hinsicht könnte der Sohn ganz nach dem Vater gekommen sein, der mit Blick auf den Saisonstart verlautbarte: "Am meisten freue ich mich, dass wir hoffentlich wieder Leute neben der Piste haben. Dass wir wieder eine coole Kulisse haben, eine gute Stimmung." Apropos Stimmung: Die Frage nach dem Umfang der 30er-Geburtstagsparty beantwortete Feller eher ausweichend und mit einem Schmunzeln: "Das kommt ein bisschen auf meine Freunde an. Ich bin auf alles gefasst. Ich hoffe, dass ich für Sölden wieder da bin."