Leben/Reise

Auf diesen Trauminseln können seltene Tierarten bestaunt werden

Aug' in Aug' mit einem Tasmanischen Beutelteufel? Zum Welttierschutztag am 4. Oktober begeben wir uns auf eine Reise zu außergewöhnlichen Tieren, die auf den schönsten Inseln der Erde laufen, klettern und jagen. Weltweit haben Wissenschaftler fünf bis neun Millionen verschiedene Tierarten erfasst, doch Tausende von ihnen sterben jährlich aus. SeyVillas, Spezialreiseveranstalter für die Seychellen, stellt seltene Arten vor, die während eines Inselurlaubs bestaunt werden können. Teils natürlich nur mit Glück.

Borneo: Nasenaffe

Das große, birnenförmige Riechorgan der Männchen bescherte den Nasenaffen ihren Namen. Sie leben ausschließlich auf Borneo, einer Insel im Malaiischen Archipel. Dort toben die Vegetarier in kleinen Gruppen durch die Mangroven- und tiefliegenden Regenwälder in Wassernähe, wo sie sich zuweilen auch ein erfrischendes Bad gönnen – Nasenaffen sind exzellente Schwimmer und Taucher. Doch die Abholzung der Regenwälder und die Entstehung neuer Palmölplantagen bedrohen den Lebensraum der kleinen Primaten.

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Galapagosinseln: Meerechse

Wie Mini-Drachen ohne Flügel sehen Meeresechsen aus, wenn sie sich auf den Lavafelsen von Galapagos in der Sonne aalen. Rund 1.000 Kilometer liegt die Inselgruppe Galapagos vor Ecuadors Küste im Pazifik. Diese Leguanart ist die einzige, die ihre Nahrung im Wasser sucht. Doch die wechselwarmen Tiere können nur eine begrenzte Zeit im Meer verbringen – dann müssen sie wieder hinauf auf die wärmenden Felsen des ehemaligen Vulkans. Obwohl vom Festland isoliert, hat auch die Meerechse Feinde: Verwilderte Hauskatzen und Hunde fressen die Jungtiere der Echsen.

Komodo: Komodowaran

Wie ihr Name schon vermuten lässt, leben die Echsen ausschließlich auf Komodo und einigen weiteren der Kleinen Sundainseln Indonesiens. Mit einer Länge von bis zu drei Metern und einem Gewicht von fast 70 Kilogramm ist der Komodowaran das größte lebende Schuppenkriechtier und verspeist schon mal Mähnenhirsche oder Wildschweine. Ihr Bestand wird auf 4.000 Exemplare geschätzt, könnte mittlerweile aber bei nur 3.000 Tieren liegen. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Komodowaran deshalb als gefährdet ein.

Madagaskar: Katta

Mit ihrem charakteristischen Ringelschwanz und den schwarzen Augenmasken sind die Kattas das inoffizielle Maskottchen Madagaskars, dem gewaltigen Inselstaat vor der afrikanischen Südostküste. Und noch eine Besonderheit zeichnet die Primatenart aus der Gruppe der Lemuren aus: In ihren Familiengruppen, die bis zu 15 Mitglieder haben, geben die Weibchen den Ton an. Was wörtlich zu nehmen ist: Mehr als 25 Laute haben Forscher bei den Kattas bisher identifiziert. So schnurren sie wie Katzen, wenn sie sich wohlfühlen und bellen bei Gefahr. Bedroht wird ihr Überleben vor allem durch die Abholzung ihres Lebensraumes und die aktive Bejagung durch den Menschen.

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Malediven: Flughund

Kopfüber hängen Flughunde tagsüber an großen Baumästen, doch anders als Fledermäuse wählen sie für ihren Schlaf exponiertere Stellen und sind deshalb gut sichtbar. Als größte Fledertierart mit einer Flügelspannweite von bis zu 170 Zentimetern, können sie weite Strecken zurücklegen. Da sich Flughunde von Nektar, Pollen, Früchten und Blüten ernähren, ist ihre Bedeutung für die Vegetation enorm: Große Kolonien können über Nacht mehrere hunderttausend Samen verbreiten. Acht Arten sind laut IUCN ausgestorben, 22 weitere gelten als gefährdet.

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Philippinen: Walhai

Auch wenn sein Gebiss stolze 3.600 Zähne aufweist, fehlt dem Walhai das typische Haigrinsen – die Zähne sind winzig klein. So ist der bis zu 13 Meter lange Hai der weltweit größte Fisch für den Menschen ungefährlich, er ernährt sich von Plankton, Kleinstlebewesen und Fischen bis maximal einen Meter. Besonders gut können Touristen den Giganten rund um die 7.000 Inseln der Philippinen im Westpazifik beobachten – und mit ihm schwimmen. Viele Touren starten zum Whaleshark Watching von Oslob aus, noch besser ist jedoch eine Fahrt ab Donsol. Hier werden die normalerweise tausende Kilometer ziehenden Walhaie nicht angefüttert, das biologische Gleichgewicht bleibt also erhalten.

Seychellen: Aldabra Schildkröte

Im 19. Jahrhundert galt die Aldabra Schildkröte schon als ausgestorben. Seeleute suchten auf Reisen im Indischen Ozean nach Nahrung, sie schätzten das schmackhafte Fleisch der bis zu 250 Kilogramm schweren Tiere. 1995 entdeckte jedoch ein Gast in einem Hotelgarten auf den Seychellen ein Exemplar. Auf den 115 Inseln des Archipels wurden seither weitere Aldabra Schildkröten gefunden und zur Aufzuchtstation auf Silhouette gebracht. Mittlerweile gibt es wieder 100.000 der echten Landschildkröten, die bis zu 100 Jahre alt werden– ihr Überleben ist damit gesichert.

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Sulawesi: Koboldmaki

Seinen Namen verdankt der Koboldmaki seinem einzigartigen Aussehen: Ein überdimensional großer, runder Kopf mit riesigen, unbeweglichen Augen kein anderes Säugetier hat proportional zum Körper größere Augen! Seltene Talente zeichnen den Primaten aus, der in den Wäldern und Sumpfgebieten von Sulawesi lebt, einer indonesischen Insel östlich von Borneo. So kann er seinen Schädel bis zu 180 Grad in beide Richtungen drehen und bis zu sechs Meter weit springen. Das langsame Verschwinden seines Lebensraumes und Pestizide aus der Landwirtschaft machen dem nachtaktiven Tier schwer zu schaffen – es gilt als bedroht.

Sumatra – Sumatra-Orang-Utan

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurden noch rund 85.000 Sumatra-Orang-Utans auf der indonesischen Insel gezählt, mit einer Fläche von rund 470.000 Quadratkilometern ist sie deutlich größer als Deutschland. Heute lebt die nur noch 14.000 Tiere zählende Population vor allem im Norden Sumatras. Anders als ihre borneanischen Verwandten sind die Menschenaffen hier geschickte Werkzeugnutzer: Mit Holzstöcken graben, kämpfen und kratzen sich die Pflanzenfresser, gegen die Sonne schützen sie sich mit Blättern. Doch die IUCN warnt: Auch der Sumatra-Orang-Utan ist vom Aussterben bedroht.

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Tasmanien: Beutelteufel

Schreckliche Kreischlaute, Beißattacken unter Artgenossen und ein bei Erregung ausströmender beißender Geruch haben dem Raubbeutler seinen überaus geläufigen „Kosenamen” Tasmanischer Teufel beschert. Seit dem 14. Jahrhundert ist der mit bis zu 65 Zentimetern Kopfrumpflänge größte lebende Raubbeutler auf dem australischen Festland ausgestorben, vertrieben von Dingos und gejagt von Aborigines. Heute lebt er nur noch auf der südlich gelegenen Insel Tasmanien, am liebsten in trockenen Wäldern und den Waldgebieten entlang der Küste. Seit 1941 steht der Einzelgänger unter Schutz.