Politik/Ausland

Angst vor Kriminalität: Dänemark kontrolliert Grenze zu Schweden

Dänemark hat am Dienstag stichprobenartige Grenzkontrollen eingerichtet. Damit hofft das Land zu verhindern, dass die zunehmende Bandenkriminalität in Schweden auf Dänemark überspringt.

In Schweden gab es in diesem Jahr ungewöhnlich viele Gewaltfälle mit Explosionen und Schüssen. In Malmö starb am Wochenende ein 15-Jähriger. Er und sein gleichaltriger Freund waren vor einer Pizzeria beschossen worden. Die Polizei vermutet eine Auseinandersetzung in der Drogenszene dahinter.

In den vergangenen acht Jahren wurden 38 Menschen in Malmö von Schüssen getötet. Nur sechs Fälle habe die Polizei aufklären können, berichtete die schwedische Zeitung „Aftonbladet“ am Dienstag.

Auch im Raum Kopenhagen hat es in den letzten Monaten viele Explosionen gegeben. Mehrere Schweden werden verdächtigt, unter anderem für einen Anschlag auf die dänische Steuerverwaltung im Sommer verantwortlich zu sein.

Vorerst für sechs Monate

Ende Oktober beschlossen Dänemark und Schweden, im Kampf gegen Kriminelle stärker zusammenzuarbeiten. „Wir werden nicht akzeptieren, dass sich organisierte Kriminelle über den Öresund bewegen - weder in die eine noch in die andere Richtung“, sagte Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen.

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Die Grenzkontrollen an der dänisch-schwedischen Grenze gelten vorläufig für sechs Monate. Sie sollen periodisch - also mehrere Male pro Woche, aber nicht rund um die Uhr - auf Fähren und Straßen sowie in Zügen stattfinden. Zugleich werden die Anfang 2016 eingeführten Kontrollen an der deutschen Grenze um weitere sechs Monate bis Mitte Mai 2020 verlängert. Schweden kontrolliert seine Grenze nach Dänemark ebenfalls.