Politik/Ausland

Ägypten: Hunderte Christen fliehen nach Anschlägen

Nach wiederholten Morden an ägyptischen Christen im Norden der Sinai-Halbinsel fliehen Familien der religiösen Minderheit aus dem Gebiet. In der Stadt Ismailia (siehe Karte) am Suezkanal seien 450 Menschen aus der Provinzhauptstadt Al-Arish und Umgebung eingetroffen, berichtete Pater Kyrillos Ibrahim von der koptischen Kirche in Ismailia am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Im vergangenen Monat starben sechs Christen bei Anschlägen im Nordsinai. Zu den Taten bekannte sich zunächst keine Gruppe. Allerdings hatte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), die einen Ableger in dem Gebiet hat, zuletzt ein Video veröffentlicht, in dem sie Angriffe auf Christen in Ägypten ankündigt. In dem Video soll auch der Selbstmordattentäter zu sehen sein, der im Dezember fast 30 koptische Christen in der Kairoer Kirche St. Peter und Paul getötet hatte.

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"Es ist schwer zu schätzen, ob noch mehr Familien kommen werden. Es kommt darauf an, wie schlecht die Lage ist. Wir hoffen, dass die Lage nicht von Dauer ist", sagte Kyrillos. Mit Hilfe der Regierung habe man Unterkünfte für alle Geflüchteten gefunden.

Ägyptischer Präsident verspricht Hilfe

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Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte seine Minister am Samstag angewiesen, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Geflüchteten zu helfen. Es war die erste öffentliche Reaktion der Regierung zu dem Terrorfeldzug gegen Christen in der ägyptischen Unruheregion.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die am Donnerstag nach Ägypten reist, würdigte am Samstag die Unterstützung der ägyptischen Regierung für die koptischen Christen. Diese hätten "eine sehr gute Situation für die Ausübung ihrer Religion", sagte Merkel. Gerade in einem islamisch geprägten Land sei das beispielhaft.