Meinung/Kommentare/Wirtschaft

Der Kunde hat das Buch in der Hand

Schließt ein Buchhändler, ist die Aufregung groß. Auch bei jenen, die ihre Bücher im Ausland bestellen

Mag. Simone Hoepke
über die Zukunft des Buchhandels

Der Aufschrei ist immer enorm, wenn ein Traditionsbetrieb von der Bildfläche verschwindet. Die Schließung der Frick-Filialen in der Wiener Innenstadt ist da keine Ausnahme. Manche sehen schon das Ende der Innenstadt-Buchhändler nahen. Weniger aufgeregte Mitbürger merken an, dass die dicken Ramsch-Bücher den Touristentrampelpfad in der Wiener Kärntner Straße nicht wirklich schmückten.

Was bleibt, ist die Verunsicherung. Selbst Branchenprimus Thalia war sich vor ein paar Jahren offenbar nicht mehr sicher, womit er künftig sein Geld verdienen will. Plötzlich standen in den Kulinarik-Abteilungen der Filialen mehr Teigwaren und Olivenöl-Flaschen als in so mancher Pizzeria. Der Erfolg war wohl überschaubar. Thalia konzentriert sich jetzt wieder aufs Buchgeschäft.

In den USA wird der Trend zum Indie-bookstore ausgerufen, also zum Inhabergeführten Buchgeschäft als Treffpunkt im Grätzl. Auch in Berlin steigt die Zahl der kleinen Läden wieder an. Vielleicht hält der Trend auch in Wien Einzug. Voraussetzung wäre, dass all jene, die jetzt über das Aus der stationären Geschäfte klagen, ihre Bücher künftig nicht beim Onlineversand im Ausland bestellen, sondern tatsächlich vor Ort kaufen.

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