Meinung/Kolumnen/Ohrwaschl

Weh dem, der lacht

Dem Fasching geht der Spaß aus

Birgit Braunrath
über Fasching und political corectness

Dem Fasching geht der Spaß aus. Bis Dienstag herrscht Narrenfreiheit, theoretisch kann sich derzeit jeder als Der-Die-Das verkleiden, was er/sie immer schon sein wollte. In der Praxis ist das aber nicht so locker wie früher, weil sich mittlerweile viele ganzjährig als Korrektheitsbeauftragte verkleiden und vermehrt im Fasching tätig werden.

Sie prüfen Kostüme auf deren moralische Unbedenklichkeit und weisen Kostümierte im Anlassfall zurecht. Wenn sich etwa ein Scherzkeks als Faschingskrapfen auspolstert, muss er mit dem Vorwurf rechnen, er beleidige übergewichtige Mitbürger. Wenn ein Erstwähler mit Gehstock, Kornblume und Föhnwelle als Norbert Hofer feiert, kann er davon ausgehen, dass ihm fehlender Respekt gegenüber gehbehinderten Menschen unterstellt wird. Der Cowboy solle das Tragen von Schusswaffen überdenken, und die Prinzessin das von ihr transportierte Frauenbild.

Da vergeht einem das Lachen. Also geht man heuer gern als Donald Trump. Das gelb-orange Haar-Kostüm soll bereits vielerorts ausverkauft sein. Grimmige Miene dazu aufsetzen, schon kann der innere Diktator spielen gehen. Und weh dem, der lacht.