Kolumnen

Paaradox: Kümmerlich

Sie

„Mental Load“ heißt das nun, wenn ihr Gehirn im Dauerzustand eines Mah, das muss ich noch machen! gestresst ist. Während er sein Teesackerl täglich im leeren Häferl hängen und dieses stehen lässt (Muss zum Business-Frühstück!), schüttelt sie die Betten auf, schmeißt die Wäsche in den Trockner und diskutiert auf dem Weg zur Arbeit die Koch-Usancen der Tagesmutter: Net scho wieder Fischstäbchen! Das alles passiere, weil Frauen früh zu „Kümmerern“ sozialisiert werden. Egal, wie erfolgreich sie sind – sie checken alles, was mit Familie und Haushalt zu tun hat.

Und bei uns so?

Er

Nun, ich hätte auch ein paar Kümmerer-Gene zu bieten, neige gerne zum eskalativen Multitasking. Es kann vorkommen, dass ich gleichzeitig an einem Drei-Gang-Menü bastle, zwischendurch den Boden aufwasche und das Unkraut im Garten zupfe. Der Mann nebenan schaut mir beim Rumoren zu und fragt irgendwann beiläufig: Kann ich helfen? Falsche Frage zum immer falschen Zeitpunkt. Denn meist kommt sie ihm just dann in den Sinn, wenn eh schon alles fertig ist. Noch schlimmer ist aber sein schicksalschwangeres Hättest was g’sagt! Dann tut er so, als würde er stets sprungbereit in einer Ecke lauern, um auf mein Kommando hin loszusprinten: Zu Diensten! Bin schon da! Sehr gerne! Jö! Endlich was zu tun! Und die Realität? Täuschen und tarnen hinter einer großen Zeitung, in der er einen für den Job superrelevanten Artikel lesen muss (!!!). Fünf lange Stunden lang, mitunter leise schnarchend. Dazwischen kommentiert er mein atemloses Seufzen, während ich von A nach B hetze, als nonverbalen Vorwurfs-Frontalangriff auf sein Grundrecht, sich zu entspannen. Außerdem: Ich war ja eh gestern die Glasflaschen entsorgen. Jössasna, genau – „Mental load“, Kategorie: Pfuh, arg.

NEUE TERMINE: 8. 10. Stadtgalerie Mödling; 16. 10. Stalltheater Königstetten; 24. 10. Rabenhof, 14. 11. St. Pölten; 16. 11. Hagenbrunn; 19. 11. Langenlois