Chronik/Wien

Nach Video-Eklat bei den Grünen: Hebein stellt sich vor Kandidaten

Am Dienstag sorgte ein Video auf Twitter und Facebook für Kommentare und Polemik. Es zeigt den Kandidaten Abdelati Krimi, der für die grüne Partei auf Platz 40 kandidiert. Der KURIER berichtete über die im sozialen Netz veröffentlichten Aussagen des Kandidaten. Er soll sich gegen das österreichische Eherecht aussprechen, weil es der Frau mehr Rechte über die Obsorge der Kinder bei einer Trennung zuspreche. Der Aussagen wurden aus dem Arabischen mit deutschen Untertitel übersetzt.

Birgit Hebein: "Das stinkt gewaltig"

Jetzt äußerte sich die Wiener Grünen Chefin zu dem Video gegenüber der APA. "Das stinkt gewaltig nach Dirty Campaigning", sagte sie. Das Video soll nun beglaubigt übersetzt werden und erst dann würden die nächsten Schritte folgen. Krimi selbst spricht in einem Facebook-Posting von einem "Übersetzungsfehler". 

Dass es eine klare Attacke gegen die Grünen sei, erkenne sie dadurch, dass ein Video aus dem Monat Juli nur fünf Tage vor der Wahl aufgetaucht sei. Es sei selektiv geschnitten und die Untertitel verfälscht, denn es stehe etwa Weiber anstatt Frauen. Die Grün-Chefin wolle auf der Basis von Fakten handeln, wie sie unterstrich und deshalb soll nun das Video beglaubigt übersetzt werden.

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"Denn der Verdacht liegt nahe, dass Abdelati Krimi das anders meint, als dieser kurz zusammengeschnittene Ausschnitt suggeriert", sagte Hebein im Gespräch mit der APA. Auch sie stellte klar, dass "das Kindeswohl und die Rechte der Frauen" über allem stehen würden. Genau das sehe auch der Kandidat Abdelati Krimi so. 

FPÖ: "Das ist ein Skandal"

In einer Aussendung nützte indessen auch die FPÖ die Chance etwas zu diesem Thema zu sagen. "Diese radikal-islamistische Haltung hat in Österreich grundsätzlich nichts verloren. Es ist ein Skandal, dass die Grünen auch noch fördern, dass so eine Person mit einer derartigen österreich-, frauen- und demokratiefeindlichen Haltung die Wiener regieren soll“,  so Wiens FPÖ-Chef, Vizebürgermeister Dominik Nepp in der Aussendung. 

Zugespielt und veröffentlicht wurde das Video von der Autorin Nina Scholz. Sie publizierte letztes Jahr das Buch "Alles für Allah. Wie der politische Islam unsere Gesellschaft verändert", gemeinsam mit Autor und Historiker Heiko Heinisch. Er ist Teil der im September von der im Integrationsministerium eingerichteten Dokumentationsstelle "Politischer Islam". 

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