Chronik/Welt

Nach Notlandung: Dreamliner-Flotte bleibt am Boden

Die Pannenserie bei Boeings Dreamliner reißt nicht ab: Am Mittwoch musste eine Maschine der japanischen Airline ANA wegen Rauchentwicklung in einer Kabine am Flughafen Takamatsu notlanden. Auch mit der Batterie gab es offenbar Probleme. Die Behörden sprechen mittlerweile von einem "sehr ernsthaften Vorfall", der zu einem Unfall hätte führen können. ANA und Japan Airlines ergreifen nun Sicherheitsmaßnahmen: Nach der Notlandung bleibt die gesamte japanische Dreamliner-Flotte vorerst am Boden.

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Etwa 35 Flüge würden gestrichen, sagte ein Sprecher von All Nippon Airways (ANA) am Mittwoch. Am Donnerstag werde entschieden, ob der Flugbetrieb mit der 787 am Freitag wieder aufgenommen werde. Auch die Japan Airlines entschied sich dazu, vorerst alle 787 Maschinen außer Betrieb zu nehmen und eine Sicherheitsinspektion durchzuführen. Japan ist bisher der größte Markt für den Dreamliner, ANA und JAL haben 24 der 50 bisher ausgelieferten Maschinen in Betrieb.

Passagiere berichteten gegenüber lokalen TV-Sendern, dass sie unmittelbar nach dem Start einen unangenehmen Geruch wie verbranntes Plastik wahrgenommen hätten. "Eine Flugbegleiterin gab die Ankündigung durch, dass die Maschine notlanden muss. Ihre Stimme war zittrig, dadurch wurde mir bewusst, dass es ernst war", sagte ein Passagier dem Sender TBS TV.

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Nicht die erste Panne

In jüngster Zeit hatte es mehrere Technikpannen bei dem Prestigeobjekt des US-Flugzeugherstellers Boeing gegeben. Wegen der Vorfälle haben die US-Luftfahrtbehörde FAA und die japanische Zivilschutzbehörde Untersuchungen eingeleitet. Unter anderem waren Treibstofflecks an zwei Maschinen vom Typ Boeing 787 entdeckt worden.

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Schon vor dieser Pannenserie hatte der Dreamliner mehrfach für technische Probleme gesorgt. Im Juli 2012 schickte ANA fünf ihrer neuen Boeing 787 Dreamliner wegen eines Korrosionsproblems an den Getrieben zur Reparatur. Im Februar meldete Boeing, bei rund 55 Dreamlinern könne es Probleme mit dem Rumpf geben.

"Ich denke, wir nähern uns dem Punkt, ab dem sie es als ernsthafte Krise betrachten müssen", zitiert Reuters Luftfahrtexperte Richard Aboulafia von der Beraterfirma Teal Group. Wenn Boeing nicht schnell reagiere, könnte die Maschine einen schlimmen Imageverlust erleiden.