Chronik/Österreich

Arbeitsmarkt hinkt in der Pflegekrise noch hinterher

Egal ob mobile Hilfe, Seniorenheim oder Klinik: Pflegepersonal ist weiter Mangelware. Bis 2030 geht man von 70.000 bis 100.000 fehlenden Kräften aus. 7.659 Stellen sind in Österreich im Pflegebereich derzeit offen.

Wer auf einen Platz im Seniorenheim wartet, ist in fast jeder Gemeinde mit langen Wartezeiten konfrontiert. Das bekommen auch die betreuten Wohnformen zu spüren. „Früher war ein Wechsel von unserem Haus ins Seniorenheim leichter möglich“, bestätigt auch Melanie Winkler vom betreuten Wohnen in Thalgau die schwierige Situation. Auch bei den mobilen Diensten sind die Ressourcen knapp. Alle sind um Lösungen bemüht. Seit Kurzem helfen auch zwei Gemeindeschwestern – jetzt Community Nurses genannt – im Ort. Aber es fehlt überall an Pflegepersonal.

Zauberformel: Der Beruf soll attraktiver werden. „Wir investieren massiv in die Zukunft, indem wir das Berufsfeld so offen und attraktiv wie möglich gestalten“, so Minister Martin Kocher bei einem Besuch in Salzburg. Neben der Corona-Joboffensive braucht es weitere Modelle für den Umstieg.

Neues Stipendium

Wichtige Neuerung: Auch Umsteigern und Spätentschlossenen soll ein Start in einem Pflegeberuf ermöglicht werden. Mit spätestens September 2023 startet das neue Pflegestipendium mit einer garantierten Förderung von mindestens 1.400 Euro monatlich. Außerdem wird über die Rot-Weiß-Rot-Karte der Zugang aus Drittstaaten weiter erleichtert.

Das AMS Salzburg unterstützt Arbeitslose, die in der Pflege arbeiten wollen. Jacqueline Beyer: „Wir haben die Arbeitsstiftung für Pflege-, Gesundheits- und Sozialberufe.“ Und auch das schon bestehende Fachkräftestipendium (niedriger als der neue Plan) habe sich bewährt. 2021 haben 328 Menschen die Ausbildung über die Arbeitsstiftung begonnen, heuer sind es bereits 87. Außerdem haben 259 Menschen aus 50 Berufen ein Fachkräftestipendium in der Pflege bezogen.