Chronik/Niederösterreich

Weinviertel: Ein Wein aus dem Urmeer

Es gab eine Zeit, da lag das Weinviertel direkt am Meer. Haifische und Riesenschildkröten tummelten sich dort, wo heute Weinreben der Region ihren Namen geben. Zwar ist das bereits 17 Millionen Jahre her, auf Fossilien aus dieser Zeit stößt man aber immer noch.

Etwa im Rückersdorfer Weingarten „Zeiseneck“ vom Weingut Pfaffl in Stetten (Bezirk Korneuburg). Der Grüne Veltliner wächst hier auf dem größten fossilen Austernriff der Welt.

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Seit 1978 gibt es das Weingut. „Unsere Eltern haben ihre kleine Landwirtschaft Schritt für Schritt zu einem großen Weingut ausgebaut. Heute umfasst unser Weingarten 120 Hektar“, erzählt Geschäftsführerin Heidi Fischer, die das Weingut 2010 gemeinsam mit ihrem Bruder Roman-Josef Pfaffl übernommen hat.

International beliebt

Erst 1975 begann eine Gruppe von Sammlern, auf die archäologische Bedeutung dieser Region aufmerksam zu machen. Im Frühjahr 2008 starteten die Ausgrabungsarbeiten am Austernriff. Ein Teil des Riffs wurde freigelegt und für Besucher zugänglich gemacht. 2009 eröffnete schließlich die Fossilienwelt Weinviertel.

„Wir sind stolz auf die Geschichte unserer Region, die unsere Weine besonders macht“, meint Fischer. Zwei Millionen Flaschen Wein produziert das Weingut pro Jahr. Mehr als die Hälfte davon geht ins Ausland, vor allem nach Deutschland, Großbritannien, in die Schweiz und die Niederlande.

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„Unser Zeisen Grüner Veltliner ist besonders beliebt. Die Riede liegt gleich neben dem Rohrwald, der die Nächte auf diesem sonst sehr heißen Südhang richtig kalt werden lässt. Diese Temperaturunterschiede führen dazu, dass der Zeisen unser duftigster, spritzigster und elegantester Grüner Veltliner ist“, erklärt Fischer.

Bestätigt wurde dies bei der erst kürzlich, Corona-bedingt etwas verspätet stattgefundenen Frankfurt International Trophy. Dort wurde der Zeisen Grüne Veltliner 2019 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.