Chronik/Niederösterreich

Neue extreme Regenfälle forderten Hunderte Helfer

Das Wetter bestimmt weiterhin das Leben der Feuerwehrleute in NÖ. Nachdem während des gestrigen Sonntages zwölf Wehren in Schlöglmühl im Bezirk Neunkirchen die letzten Aufräumarbeiten nach den schweren Unwetterschäden vor vier Tagen geleistet hatten, heulten am späten Nachmittag in vielen Regionen Niederösterreichs bereits wieder die Sirenen.

Heftige Regengüsse mit Hagel ließen zuerst in den Bezirken Zwettl und Waidhofen/Thaya und dann gleich in den Bezirken Baden und Lilienfeld Fluss- und Bachläufe übergehen. Dutzende Keller und Gehöfte wurden überschwemmt oder von Schlamm verwüstet. "Derzeit sind 28 Wehren mit 380 Mann bei 35 Einsätzen beschäftigt", berichtete Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando NÖ gegen 19 Uhr. Kurz später standen schon um die 50 Wehren im Einsatz. Durch die enormen Regenmengen spitzte sich die Situation im Bezirk Lilienfeld besonders zu. Dort war die B18 mehrfach überflutet und unpassierbar. Kaumberg und Ramsau waren besonders betroffen. Im Gaupmannsgraben wurden mehrere Häuser, das Kraftwerk und ein Firmengelände überschwemmt. Ein Feuerwehrauto wurde von den Wassermassen schwer beschädigt. Kurzfristig war auch eine Spaziergängerin abgängig. Die Frau tauchte dann unverletzt wieder auf.

"Flutwelle"

Alarmstufe Rot gab es im Bezirk Baden: Bis zu 24 Feuerwehren standen Sonntagabend im Einsatz. Vor allem entlang der Triesting, auf der nach extremen Regenfällen im Raum Kaumberg und Altenmarkt eine "Flutwelle" hinab rauschte. "Die Lage hat sich innerhalb von 15 Minuten zugespitzt. Es gab Überflutungen, Brücken über die Triesting mussten gesperrt werden", schilderte Stefan Schneider vom Bezirksfeuerwehrkommando. Der Fluss war innerhalb von Minuten stark angeschwollen und führte eine regelrechte Flutwelle durch das Tal. In den späten Abendstunden gab es dann fast flächendeckend Einsatzbefehlefürdie Feuerwehren in den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach. Auch hier das selbe Szenario: Dutzende Hauskeller und Orstzentren wurden von Schlamm und Wasserüberflutet.