Chronik/Burgenland

Wetter lässt Bauern um Ernte zittern

Die Hälfte unserer Apfelplantage ist ein Totalausfall", erklärt Herbert Knöbl, Landwirt aus Neudauberg, Bezirk Güssing. Doch nicht nur in Neudauberg sind große Schäden durch den Frost in der Nacht von Ostermontag auf Dienstag entstanden. "Große Betriebe vom Bezirk  Oberpullendorf bis Jennersdorf sind betroffen", sagt Rudolf Dorner, Obstbauberater der Landwirtschaftskammer (LK). In der Nacht von 9. auf 10. April fiel die Temperatur teilweise auf -5 Grad, was für die Apfelbäume verheerend war.

Frost

"Durch die Kälte entwickelt sich keine Frucht mehr aus der Blüte", sagt Dorner. Die Apfelbäume standen in voller Blüte und verblühte Marillenbäume wurden beschädigt. Für Knöbl ist das ein riesiges Problem, denn die 15 Hektar große Obstplantage ist seine Haupteinkommensquelle. "Die Pflege muss nämlich weitergehen, auch wenn nur die halbe Ernte brauchbar ist. Nur die Erntearbeit wird billiger", sagt Knöbl. Er befürchtet auch eine schlechtere Qualität der Früchte, die noch reif werden. Auf den Preis werde der Frost keinen Einfluss haben, ist sich der Landwirt sicher. "Österreich ist ein kleines Obstland, ein Ernteausfall bei uns wirkt sich nicht auf den europäischen Markt aus", sagt Knöbl. Versicherungen beim Obstanbau gebe es keine, das Risiko tragen allein die Bauern.

Trockenheit

Im Ackerbau haben die Landwirte nicht mit Frost, sondern mit der Trockenheit zu kämpfen. Hier seien aber laut Hagelversicherung 80 Prozent der Landwirte gegen Ernteausfall versichert.

"Es hat zwar geregnet, aber es war nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein, der schnell wieder verdampft ist", erklärt Richard Matyas von der LK-Bezirksstelle Oberwart. Im Südburgenland habe es zuletzt zehn bis 25 Millimeter geregnet. "Sollte nicht noch etwas mehr Regen kommen, rechnen wir mit Trockenschäden", sagt Matyas. Man sei in den vergangenen vier Monaten 70 Prozent unter der langjährigen Durchschnittsregenmenge.