Chronik/Burgenland

Landesschulrat lehnt Fragebogen für Schüler der Gemeinde ab

„Die Umfrage hatte den Sinn, die Wünsche der jungen Menschen in Oberwart zu hören und danach zu handeln“, sagt Stefan Rath, JVP-Bezirksobmann in Oberwart und Jugendgemeinderat des Bezirksvororts. Als Schulstadt hätten die Wünsche der Schüler von der Gemeinde gehört werden sollen. Dabei ging es um die Freizeitgestaltung in der Gemeinde, die Mobilitätssituation und die Probleme von Jugendlichen. „Der Sinn war, die Jugendlichen in den politischen Alltag einzubinden“, meint Rath. Dem Landesschulrat fehlte der pädagogische Mehrwert in der Umfrage – er sieht keinen weiteren Nutzen. „Ich sehe dahinter ein parteipolitisches Kalkül des roten Landesschulrats mit Landeshauptmann Niessl an der Spitze, um Oberwart an seiner Aufgabe zu hindern, die Stadt für junge Menschen attraktiver zu machen“, sagt Rath.

Abgelehnt

„Wir bekommen übers Jahr jede Menge Fragebögen und lehnen auch sehr viele ab“, erklärt Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz. In diesem Fall hätten Schulpsychologen den Fragebogen geprüft und seien zu diesem Ergebnis gekommen, ihn nicht an die Schüler auszugeben.

Die Umfrage hätte im Zuge eines Projekts der SPÖ-Landesrätin Astrid Eisenkopf in Kooperation mit dem Verein Boja für eine offene Jugendarbeit durchgeführt werden sollen, meint Rath: „Der eigene rote Landesschulrat behindert so ein Projekt der SP-Landesrätin.“

Von Absicht will Zitz nichts wissen: „Wir müssen unsere Schulen von Dauerbefragungen fernhalten“, sagt der Bildungsdirektor. Im Normalfall würde der Bürgermeister, oder die Leiter von Organisationen wie der Wirtschafts- oder Arbeiterkammer an den Landesschulrat herantreten, um wegen einer Umfrage an den Schulen anzufragen. „Wenn die Gemeinde eine Umfrage machen will, muss sie über die Haushalte gehen“, meint Zitz. Denn von der Gemeinde sei niemand mit dem Landesschulrat in Kontakt getreten, wie Zitz erklärt.

„Wir haben den Fragebogen im Zuge des Projekts erstellt und als Stadtgemeinde Oberwart offiziell über die Amtsleiterin beim Landesschulrat die Anfrage gestellt“, sagt Rath. Nach der Ablehnung will er jetzt über die JVP die Umfrage unter den Schülern durchführen. „Unser Ziel ist, dass die Umfrage repräsentativ ist. Die Ergebnisse werden der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Wir verschaffen unseren Jugendlichen Gehör in der Politik“, sagt Rath.