Chronik/Burgenland

Alle Daten zur Kriminalstatistik: So sicher ist das Burgenland

Für Landespolizeidirektor Martin Huber ist die Kriminalstatistik so etwas wie eine „Zeugnisverteilung, bei der wir heuer mit fast lauter Einsern sehr gut abgeschnitten haben“. Das Burgenland bleibe weiter das „sicherste Bundesland“ und das trotz exponierter Grenzlage.

„Wir vergleichen uns oft mit Vorarlberg. Dort gab es 2018 doppelt so viele Anzeigen“, sagte Huber. Österreichweit kommen auf 1.000 Einwohner 53 Straftaten, im Burgenland seien es nur 29. Auch die Aufklärungsquote sei steigend. 2018 konnten 58,5 Prozent der Delikte aufgeklärt werden, 2017 waren es 54,6 Prozent.

Rückgang in allen Bezirken

In beinahe allen Bezirken habe man 2018 einen Rückgang der Anzeigen verzeichnen können, betonte Ernst Schuch, Leiter des Landeskriminalamtes Burgenland, bei der Präsentation der Kriminalstatistik. Der „am meisten belastete Bezirk“ sei weiterhin Neusiedl am See. Auch dort gab es aber einen Rückgang um 457 Delikte auf 3.014 Straftaten.

Verbesserungspotenzial ortete Schuch bei der Cyberkriminalität. „Es gab eine massive Steigerung in den letzten zehn Jahren um rund 400 Delikte“, betonte er. 477 Mal wurden im vergangenen Jahr Straftaten im Internet angezeigt, die häufigsten sind laut Schuch Erpressungsmails, der Neffen- oder Nichtentrick und Betrug bei Bestellungen. Positiv sieht er die Aufklärungsquote, die bei 47 Prozent liege. „Das ist für Internetkriminalität relativ hoch“, sagte er.

Alle Daten zur burgenländischen Kriminalstatistik 2018

Alle Inhalte anzeigen

Historischer Tiefstand bei Einbrüchen

Auf einem „historischen Tiefstand“ befinden sich laut Huber hingegen die Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser. „In den letzten Jahren waren Einbrüche für uns immer ein großer Schwerpunkt. Jetzt sind sie von 365 im Jahr 2014 auf 120 heruntergefallen, wobei circa ein Drittel Versuche sind“, meinte Schuch. Ein wesentlicher Grund dafür seien die verstärkten Präventionsmaßnahmen der Bevölkerung.

Einen „kleinen Anstieg“ von 4,6 Prozent gab es im vergangenen Jahr bei den Gewaltdelikten. Insgesamt wurden 1.153 Straftaten in diesem Bereich angezeigt. Davon wurden knapp 89 Prozent aufgeklärt. Die Zahl der Opfer von Gewaltdelikten ist um 10,9 Prozent von 1.268 auf 1.406 angestiegen. Im Bereich der Suchtmittelkriminalität gab es 2018 insgesamt 968 Anzeigen. Erschreckend sei die Entwicklung bei der Altersgruppe bis 17 Jahre, betonte Schuch. Sie zeichnete für 256 Delikte verantwortlich. „Das zeigt, dass wir bei der Aufklärung, etwa in Schulen, sehr sensibel sein müssen“, meinte er.

Die meisten Taten werden von EU-Bürgern verübt

Von insgesamt 6.020 Tatverdächtigen waren 1.193 weiblich. Der Anteil der ausländischen Verdächtigen lag bei 36 Prozent, wobei die meisten aus Ungarn, der Slowakei und Rumänien stammen.