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Fette Umsätze mit Promi-Diäten

Die Hochzeit des Jahres brachte dem französischen Mediziner Pierre Dukan einen enormen Bekanntheitsschub: Kate Middleton hungerte sich mit der strengen Dukan-Diät von Kleidergröße 38 auf 34 – auch Mutter Carole und Schwester Pippa hungerten nach dieser Methode. Pippa dürfte ihr sogar den Ruf als Royal Hotness zu verdanken haben. Jetzt gibt es – für viele endlich – die deutsche Übersetzung (Dr. Pierre Dukan, Die Dukan-Diät, GU-Verlag, 20,50 €) .

„Wir haben uns schon im Sommer gedacht, dass das ein Bestseller wird. Obwohl nur auf Englisch erhältlich, waren die Verkaufszahlen sehr hoch“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Nina Zellhofer vom Verein für Konsumenteninformation (VKI). Für die Jänner-Ausgabe des Magazins Konsument hat der VKI vier Trend-Diäten genau unter die Lupe genommen. Gleich vorweg: Monsieur Dukan fiel glatt durch. Nicht nur wegen der Einseitigkeit seiner Diät, auch weil Bewegung und Sport dabei keine Rolle spielen – ausgenommen Gehen. „Gerade Bewegung ist aber für eine Gewichtsabnahme wesentlich“, betont Zellhofer. Außerdem sind für den VKI einige Tipps „fragwürdig“. Etwa, zur Ankurbelung des Kalorienverbrauchs kalt zu duschen und die Raumtemperatur um drei Grad Celsius zu senken. Die Diät ist in vier Phasen geteilt. Vor allem die erste (Angriffsphase) und zweite (Stärkungsphase) sind äußerst eiweißlastig. Zellhofer: „Kohlenhydrate werden stark eingeschränkt. Deshalb nimmt man in der ersten Phase rasch ab. Kritisch sehen wir, dass Obst und Gemüse zu Beginn tabu sind.“ Es folgen eine Konsolidierungs- und Stabilisierungsphase, die Kohlenhydrate, Obst und Gemüse eingeschränkt erlauben.

Die Fettdepots sollten für Phase drei und vier schon fühlbar geschmolzen sein. Dass dies funktioniert, bezweifelt Zellhofer gar nicht: „Mit jeder Kalorienreduktion nimmt man ab. Es geht aber um die Zusammensetzung eines Programms. Wir meinen, eine Diät sollte in modifizierter Form längerfristig beibehalten werden können. Wir können diese Diät keinesfalls empfehlen. Ich bezweifle, dass normale Frauen damit Erfolg haben.“

Star-Faktor

Der Verkaufserfolg lässt anderes vermuten. „Es reichen schon ein oder zwei Promis für einen Diät-Trend“, erklärt Zellhofer dieses Phänomen. Viele wollen ihren Lieblingen nacheifern. Vergessen wird die unterschiedliche Motivation. „Für eine normale Frau ist das Aussehen nicht das alleinige Kapital. Für Promis schon. Uns zahlt niemand Tausende Dollar, damit wir kurz nach einer Geburt wieder in Dessous über den Laufsteg gehen wie Heidi Klum. Wir heiraten auch nicht den britischen Thronfolger und stehen somit in der Öffentlichkeit.“ Dass ein guter Name die beste Werbung ist, hat übrigens Diät-Erfinder Pierre Dukan durchaus erkannt. In der Daily Mail nannte er zwei Gründe für den Erfolg seiner Diät: „Erstens dass sie wirklich funktioniert. Zweitens: Carole Middleton.“