Wirtschaft/Karriere

Die Suche nach den besten Köpfen

Bei der Suche nach neuen Führungskräften der ersten Ebene ist Verschwiegenheit oberstes Gebot. Drei bis sechs Monate dauert der Rekrutierungsprozess. "Zunächst gehen wir zum Kunden und hören zu. Oft helfen wir dem Kunden auch, das Jobprofil zu schärfen, wenn er selbst unsicher ist, wen konkret er sucht", sagt Günther Maier, Geschäftsführer von ProFile Management Consulting. "Unser größtes Asset ist das Netzwerk. Wir stehen ständig mit potenziellen Kandidaten und Mitarbeitern in Kontakt." Personalberater sind meist auf eine bestimmte Branche spezialisiert und verfügen über ein Netzwerk, das auf diese Branche zugeschnitten ist. Wichtig bei der Suche nach den besten Köpfen ist das Empfehlungsmanagement, also wer kennt wen und kann ihn auch empfehlen. "Das Internet ist eine unerschöpfliche Quelle für uns. Wir schauen uns die nationalen Netzwerke an wie Xing und die internationalen wie LinkedIn", sagt Maier. Aber auch offline wird Ausschau gehalten, etwa im Bereich Konferenz-Teilnahmen und Alumni Berichten.

Auswahl

Rund 20 bis 30 Kandidaten werden nun kontaktiert, meist erfolgt diese schriftlich oder telefonisch. Erfüllen sie die Anforderungen und sind sie ihrerseits interessiert, werden sie zu persönlichen Gesprächen eingeladen. "Dabei achten wird davon, ob stimmig ist, was der Kandidat sagt", so Maier. "Wir fragen nach Erfolgen und Misserfolgen und versuchen herauszufinden, ob wir es mit einem Blender zu tun haben." Neben den fachlichen Fähigkeiten geht es um die Frage, ob der Kandidat auch motivieren kann und ob er empathisch ist. "Dass jemand kommunizieren kann, wird ohnehin vorausgesetzt", sagt Maier.

Das gelingt, indem man sich über den Kandidaten beim Mitbewerber informiert, Referenzen bei der vorigen Firma einholt und auch bei der jetzigen Firma gezielt vertrauensvolle Mitarbeiter anspricht. "Viele reden mit uns und sagen ihre ehrliche Meinung, weil sie wissen, dass sie eines Tages einen Personalberater brauchen", ist Maier überzeugt. Wenn der Kandidat interessiert ist, wird ein Bewerberbericht erstellt, samt einer Einschätzung der Schwächen und Stärken. Der Kunde erhält eine Shortlist an geeigneten Kandidaten und entscheidet, wer zu einem Gespräch eingeladen wird und schließlich den Posten bekommt. "Mindestens eine Frau sollte unter den ersten drei sein", sagt Maier. Denn eine aktuelle internationale Studie hat ergeben, dass die Unternehmensergebnisse besser sind, wenn es zumindest ein Drittel Frauen im Vorstand gibt. Maier: "Für den Fall, dass der Kandidat oder die Kandidatin in den ersten 12 Monaten wieder aus dem Unternehmen ausscheidet, suchen wir einen Ersatz."