Wirtschaft

Auch Bawag/PSK leidet unter Krisenstaaten

Die griechische Schuldentragödie ist auch an der Bawag/PSK nicht spurlos vorübergegangen. Im Vorjahr mussten griechische Staatsanleihen im Ausmaß von 32 Millionen Euro wertberichtigt werden. Weitere Belastungen aus dem Schuldenschnitt des Landes sind laut Bankchef Byron Haynes nicht mehr zu erwarten. „Die Papiere waren schon zuvor nur noch zu 20 Prozent ihres ursprünglichen Wertes im Portfolio.“ Das sind nun elf Millionen Euro. Auch das weitere Risiko gegenüber den Euro-Schuldenstaaten sei mit zwölf Millionen Euro in spanischen Staatsanleihen begrenzt.

Zusätzlichen Aderlass bescherte die ungarische MBK-Bank. Der Anteil der Bawag musste um 58 Millionen Euro abgewertet werden. Bei mehreren Kapitalerhöhungen der MBK ist die Bawag nun nicht mitgezogen, so dass der Anteil auf unter fünf Prozent gesunken ist. Der Bawag-Chef ist „bemüht, den Anteil zu verkaufen. Die Interessenten laufen uns aber nicht gerade die Türen ein.“ 86 Millionen Euro (2010: 136) musste die Bawag für Vorsorgen für das Kreditgeschäft beiseite legen. Insgesamt betrugen die Risikokosten 155 Millionen Euro. Der Gewinn blieb mit 122,5 Millionen Euro stabil. Ohne die im Vorjahr eingeführte Bankenabgabe würde der Überschuss allerdings 20 Millionen höher liegen.

Cerberus

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Eine Rückzahlung der Staatshilfe (550 Millionen Euro) schloss Haynes vor dem Jahr 2014 unter Hinweis auf die anhaltenden Risiken des Banksystems aus. Auch ein Rückzug des US-Finanzinvestors Cerberus, der die Bawag 2007 übernommen hat, stehe nicht zur Debatte. „Er unterstützt unseren Wachstumskurs.“ So sollen bis Jahresende weitere 150 Filialen modernisiert und auf Bawag/PSK umgestellt werden. An der halb verstaatlichten ÖVAG hat die Bawag weiter kein Interesse. „Es gibt dazu keine Gespräche.“

Im Streit um ein Zinsgeschäft mit der Stadt Linz rechnet Haynes mit einem Verfahrensbeginn noch im ersten Halbjahr. Einem etwaigen Vergleich will er sich aber nicht verschließen.