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Beine hoch für 100 Jahre Simpl

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Gut Ding braucht Weile. Das gilt auch für das bekannteste und älteste Kabarett in Wien: Bei der Premiere von "100 Jahre Simpl" in den legendären Räumlichkeiten im Untergeschoß der Wollzeile 36 war das Publikum vor Begeisterung nicht mehr zu halten. Das Ensemble der Jubiläums-Revue – darunter Ines Hengl-Pirker , Ciro de Luca und Bernhard Murg – wurde beim Schlussapplaus mit Standing Ovations geehrt. Für den Hausherrn Michael Niavarani , der seit seinem 25. Lebensjahr im Simpl gastiert, eine Überraschung: "Seit 1912 waren acht Millionen Besucher im Simpl. 100 Jahre haben die Leute gebraucht, bis sie endlich aufstehen." 

Generationenangelegenheit

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Dass sich seit damals viel verändert hat, bestreitet Niavarani nicht: "Jede Generation sieht Dinge aus einer anderen Perspektive. Das Tempo, der Rhythmus, wie man an Nummern herangeht, hat sich geändert. Ich bin auf die nächste Generation gespannt, wenn ich einmal mit 70 zur Premiere komme und 30-Jährige Kabarett machen." Seine Tochter Hannah (14), die seit ihrem 10. Lebensjahr bei jeder Premiere ihres Vaters dabei ist, wird nie auf der Bühne stehen: "Hannah interessiert Theater nicht, sie möchte lieber in einem Büro arbeiten ... "

Aus Österreich vertrieben: jüdischer Humor

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" ... Ich glaube, das arme Kind hat zu viel Zeit bei meinen Proben verbringen müssen und das hat sie gelangweilt." Edith Leyrer kennt das Kabarett besonders gut, stand sie doch unter dem künstlerischen Leiter Martin Flossmann auf der Bühne: "Es hat sich viel verändert. Heute wird viel mehr getanzt, gesungen und das Bein gehoben. Mir fehlen die alten Komiker. Der jüdische Humor, der hier so dominant war, der fehlt jetzt."