Sport/Wintersport

Odermatt rast zu WM-Gold in der Abfahrt, Schwarz verpasst Sensation

Dem Schweizer Bernhard Russi ist es 1972 als bisher letztem Skirennläufer gelungen, seinen WM-Titel in der Abfahrt zu behalten. Vincent Kriechmayr wollte dieses Kunststück am Sonntag in Courchevel vollbringen. Doch der ÖSV-Star ging wie seine Teamkollegen leer aus. Kriechmayr musste sich mit Rang elf begnügen. Bester Österreicher wurde sensationell Marco Schwarz, der in seiner zweiten Spezialabfahrt der Karriere als Vierter eine Medaille nur um vier Hundertstel verpasste.

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WM-Gold ging indes in überlegener Manier an den Schweizer Marco Odermatt, der einen Traumlauf erwischte und die Konkurrenz klar auf die Plätze verwies. Nur der fünffache Abfahrts-Saisonsieger Aleksander Aamodt Kilde konnte annähernd mithalten, hatte aber als Zweiter auch bereits 48 Hundertstel Rückstand. Bronze sicherte sich der Kanadier Alexander Cameron (+0,89 Sekunden).

"Das war die perfekte Fahrt", befand auch Kriechmayr. "Mehr als verdient. Es war nur eine Frage der Zeit, bis er eine Abfahrt gewinnt", betonte Kriechmayr. "Jetzt hat er die WM-Abfahrt gewonnen - auch nicht schlecht." 

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Erster Sieg, erste WM-Medaille

Für Odermatt war es nicht nur der erste Abfahrts-Erfolg seiner Karriere, sondern auch die erste WM-Medaille überhaupt. Und die glänzte gleich in Gold. "Es waren nicht die einfachsten Tage, ein bisschen, wie bei Olympia", gab Odermatt zu. Nach dem doch enttäuschenden vierten Platz im Super-G sei dieser Erfolg umso schöner. Das zeigte sich auch an der emotionalen Reaktion Odermatts während der Läufe seiner Konkurrenten.

Die Schweiz übernahm damit auch die Führung im Medaillenspiegel. Die Österreicher landeten erstmals seit 2013 in WM-Abfahrten und -Super-G wieder außerhalb der Medaillenränge. Titelverteidiger Vincent Kriechmayr (11./+1,16), Daniel Hemetsberger (14./+1,28), Stefan Babinsky (32./+2,69) und Otmar Striedinger (Ausfall) unterliefen entscheidende Patzer.

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"Bei der WM Vierter zu werden, ist ziemlich bitter", hielt Schwarz im ORF fest. Die Hundertstel finde er ein paar Mal. "Gestern bin ich vielleicht schöner gesprungen. Aber ich will nicht jammern, das Skifahren passt, ich mache so weiter." Er könne sich nichts vorwerfen, sagte Schwarz, der zum WM-Auftakt in der Kombination Silber gewonnen hatte und im Super-G Sechster geworden war.

"Ich habe einen blöden Schlag erwischt und dann ist er schon gelegen, der Otti", sagte Striedinger. "Ich bin enttäuscht, dass ich es nicht runtergebracht habe. Zwei Tore vor dem Ziel scheidet man nicht gern aus mit so einer Zeit." Hemetsberger war mit der eigenen Leistung "prinzipiell" zufrieden. "Ich habe Fehler gemacht. Aber ich bin am Anschlag gefahren. So ist das Spiel. Hin und wieder geht es gut, hin und wieder nicht." Er verlor im letzten Teilstück 44/100 und damit wohl Bronze.

1. Marco Odermatt (SUI) 1:47,05 Minuten
2. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) +0,48 Sekunden
3. Cameron Alexander (CAN) +0,89
4. Marco Schwarz (AUT) +0,93
5. James Crawford (CAN) +1,01
6. Maxence Muzaton (FRA) +1,08
7. Florian Schieder (ITA) +1,09
8. Dominik Paris (ITA) +1,13
8. Miha Hrobat (SLO) +1,13
10. Thomas Dressen (GER) +1,15
11. Vincent Kriechmayr (AUT) +1,16
12. Justin Murisier (SUI) +1,23
12. Niels Hintermann (SUI) +1,23
14. Daniel Hemetsberger (AUT) +1,28
15. Matteo Marsaglia (ITA) +1,53
16. Adrian Smiseth Sejersted (NOR) +1,58
17. Erik Arvidsson (USA) +1,61
18. Alexis Monney (SUI) +1,75
19. Romed Baumann (GER) +1,80
20. Mattia Casse (ITA) +1,83
21. Nils Allegre (FRA) +1,87
22. Henrik von Appen (CHI) +1,88
23. Johan Clarey (FRA) +1,89
24. Ryan Cochran-Siegle (USA) +1,90
25. Elian Lehto (FIN) +1,92
26. Jared Goldberg (USA) +1,98
27. Josef Ferstl (GER) +2,07
28. Travis Ganong (USA) +2,20
29. Andreas Sander (GER) +2,40
30. Jeffrey Read (CAN) 2,45

Weiters: 32. Stefan Babinsky (AUT).

Ausgefallen: Otmar Striedinger (AUT), Brodie Seger (CAN).