Sport/Tennis

US Open: Plötzliche Aufgabe des Gegners - Thiem in Runde zwei

Es wirkte gespenstisch im Louis Armstrong Stadium, dem zweitgrößten Stadion in Flushing Meadows, benannt nach dem legendären Jazz-Musiker. Dominic Thiem war nur phasenweise nicht von allen Geistern verlassen und darf weiter den Ton angeben. Der als Nummer zwei gesetzte Niederösterreicher profitierte in einer nur phasenweise hochklassigen Partie von einer Aufgabe den Spaniers, Thiem hatte zuvor aber die ersten beiden Sätze 7:6 und 6:3 gewonnen.

Ohne laute Fans, die bei den US Open dazugehören wie die Spieler, wirkt alles verlassen. Einsam und verlassen saß auch Nicolás Massú herum, er durfte zumindest zuschauen. Auch andere Spieler, sie durften in den Boxen oben zuschauen.  

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Einspielzeit

Obwohl sich die Spieler wie vor jedem Match brav einspielten, stand das erste Game im Zeichen des Kennenlernens. Der zweite Ballwechsel passierte 29 Mal das Netz. Recht unaufgeregt verliefen die ersten vier Games, ehe Thiem bei 2:2 den dritten Breakball nützte. Munar, der aus der Tennis-Hochburg Mallorca kommt, aber nur die Nummer 105 im Ranking ist, spielte von der Grundlinie gut mit. Der Niederösterreicher hatte nichts dagegen, weil er so den Rhythmus fand. Überragend spielte Thiem dennoch nicht, vor allem seine Stoppbälle hatten Kreisliga-Niveau. Munar schaffte das Re-Break zum 5:5. Es kam zum Tie-Break, das Thiem nach 5:1-Führung noch mit 8:6 gewann.

Thiem musste weiterhin hart arbeiten, vor allem seine Rückhand kam nicht wie gewohnt (er zählt zu 15 von 128 Spielern, die sie einhändig spielen). Im zweiten Satz verspielte er nach einer Fehlerorgie eine 2:0-Führung. Thiem war trotz vieler unerzwungener Fehler aber der Herr im leeren Stadion und holte sich den zweiten Satz mit 6:3. Munar griff sich immer wieder ans Knie – und gab vor dem dritten Satz auf. Das überraschte Thiem auch zunächst. Sein Resümee: „Es war nicht leicht gegen ihn zu spielen, er hat enorm viele Bälle zurückgebracht. Ich musste immer hart kämpfen.“

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Nagal, nicht Nadal

Egal, er ersparte sich einen dritten Satz und sparte Kräfte für den nächsten Gegner. Der heißt Nagal (kein Tippfehler, Nadal ist ja nicht dabei), mit Vornamen Sumit und ist der beste indische Tennisspieler. Gegen die Nummer 124 der Welt hat Thiem noch nie gespielt. Der 23-Jährige hat zumindest schon zwei Challenger-Turniere gewonnen. Im Vorjahr nahm er Roger Federer in der 1. Runde bei den US Open einen Satz ab.

Gegen Nagal gab es bislang noch kein Kräftemessen. Thiem weiß: „Es gibt keine leichten Gegner hier.“ Mit den 100.000 Dollar Preisgeld brutto für Auftaktsieg hat Thiem sein Karriere-Preisgeld auf über 24 Millionen Dollar geschraubt.

Für einen möglichen Titel muss sich Thiem steigern. Die Nummer eins des Turniers ist weiter in bestechender Form. Novak Djokovic schlug in der Nacht auf Dienstag den Bosnier Damir Dzumhur klar mit 6:1, 6:4, 6:1. Es war der 24. Sieg des Serben im 24. Spiel heuer. Sein nächster Gegner ist der Brite Kyle Edmund.

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