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Der erste große Skandal bei der Tour de France

Innerhalb von 24 Stunden wurde Peter Sagan vom gefeierten Tour-Helden zum Buhmann. Dem Ellbogencheck gegen Mark Cavendish im Schlussspurt von Vittel folgte die Rote Karte der Renn-Jury, die damit den Slowaken am Dienstag nach Hause schickte. Ein großer Tour-Skandal, aber die Wogen werden sich glätten. An der wirtschaftlichen Bedeutung des Doppel-Weltmeisters für sein hauptsächlich von Mittelständlern finanziertes Bora-hansgrohe-Teams ändert der Vorfall wohl nichts.

Für rund vier Millionen Euro hatte sich Teamchef Ralph Denk die schillerndste Figur im Radsport ins Team geholt – und den garantierten Erfolg obendrein. Sagan hat das im vergangenen Jahr noch zweitklassige Team auf Anhieb in die Phalanx des Teams Sky katapultiert.

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Tour-Aus

Peter Sagan ist so etwas wie der Rockstar des Radsports. Viele Fans, schnelle Beine, coole Sprüche. Am Dienstag sprintete er dann in Richtung seines zweiten Etappensieges, rechts von ihm versuchte sich Cavendish durchzudrücken, der Teamkollege von Bernhard Eisel. Durch eine Lücke, die nicht wirklich eine Lücke war. Cavendish drückte mit der Schulter gegen Sagan, dieser wehrte sich und stellte den Ellenbogen auf. Die Folgen waren fatal. Der Brite brach sich die Schulter, für ihn ist die Tour zu Ende.

Zumindest eine Operation bleibt ihm erspart. "Ich bin unheimlich enttäuscht", wird Cavendish in der Mitteilung seines südafrikanischen Rennstalls zitiert. "Ich sah mich in einer guten Position."

Das Team von Sagan legte Protest gegen den Ausschluss ein. Wie viele Radfans bedauerte auch der Deutsche André Greipel den Ausschluss. Nach Analyse der Bilder twitterte er: "Ich denke, die Entscheidung der Jury ist zu hart."