Leben/Reise

Radtour: Von Tirol in die Arena von Verona

Glasklare Luft, duftende Bergwiesen mit bunten Blumen und Kräutern – die Vögel tirilieren. Pfeifend wird der zwitschernde Chor von einem Oberösterreicher und einer Wienerin unterstützt. Mit den funkelnagelneuen Leih-E-Bikes, die in Nauders (1394 m) schon bereitstehen, ist der Anstieg über den Pass zum Reschensee leicht zu bewältigen.

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Der sportliche Radfahrer schaut verächtlich auf die E-Biker, beugt sich über den Lenker und tritt in die Pedale. Weiß er, dass die elektronisch unterstützten Radler auch treten müssen? Die Natur einatmen, Glücksgefühle ausatmen. In Bewegung bleiben, Spaß haben, das ist der Plan der kleinen Radreise-Truppe.

Trauni, der Profi

Höchstpersönlich wird die Gruppe dieses Mal von Manfred Traunmüller, dem Chef des Radreisespezialisten Donau Touristik, geführt. Ein wahres Glück. Trauni, wie er von seinen Freunden genannt wird, kennt jede Radstrecke, die in seinem Programm angeboten wird, persönlich. Das schafft der 60-Jährige locker. Er fährt fast jeden Tag von seinem Haus 30 Kilometer mit dem Rad (ohne E)ins Büro nach Linz – und wieder retour.

Am Reschensee, umrahmt von Berggipfeln und sanften Wiesen, erklärt Manfred, warum aus dem blitzblauen Wasser ein Kirchturm ragt: "1950 wurde das ganze Dorf Graun wegen des Baus dieses Stausees ausgesiedelt, da es im Flutungsbereich lag. Heute sieht man nur noch den Kirchturm."

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Nach dem Pass geht es bergab. Durch das Vinschgau über Schlanders weiter durch üppige Obstgärten, vorbei an einer einzigartigen Gebirgskulisse und in Städte wie Meran, Trient (Trento) und Rovereto mit zeitloser Kultur und einer lebendigen Vergangenheit.

In sechs Tagen legen die Biker 337 Kilometer zurück. Weit weg von Autostraßen führt die Natur- und Kulturreise auf Radwegen – nur 14 Kilometer auf einer wenig befahrenen Nebenstraße – in den Süden. Ohne Gepäck, das von Etappe zu Etappe ins Quartier gebracht wird, lässt es sich gemütlich rasten oder Städte besichtigen. Von den Ötztaler Alpen, wo die Etsch entspringt geht es nach Schlanders (49 km). Nach einer Fahrt durch die gepflegten Obstplantagen, vorbei am Schloss Dornsberg, ist die nächste Übernachtung in Meran (36 km). Spätestens in Bozen (34 km)spüren die Radler das angenehme mediterrane Klima. Stets an der Etsch entlang bleibt genug Zeit für Pausen, Jausen und Besichtigungen.

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In Trient (61 km) wartet die Stadtführerin Franca auf die Besucher. Mit ausladenden Gesten und spannenden Geschichten lädt sie zum Spaziergang ein. Trient wurde vor zehn Jahren von den Italienern zu der Stadt mit der höchsten Lebensqualität auserkoren. Prachtvoll sind der Domplatz und die Rella-Häuser mit den farbigen Fresken. In der Altstadt findet man neben Resten der Römerzeit, Häuser aus dem Mittelalter und Palazzi aus der Renaissancezeit.

Wegbeschreibung

Ein detailliertes Routenbuch mit Plänen und Hinweisen auf die Sehenswürdigkeiten an der Strecke bekommen alle, die mit Donaureisen eine Radtour machen, in die Hand gedrückt. Wie beim Routenbuch stammt auch jedes Wort des detaillierten Verona-Reiseführers von Traunmüller selbst. Der Hobbybiker fährt seit 1964 fast jedes Jahr in die Stadt von Romeo und Julia.

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Nach einem Zwischenstopp in Rovereto ist einer der Höhepunkte der Radtour der Abstecher an den Gardasee (53 km), dem größten See Italiens. Von den Hügeln über der Stadt Torbole ist ein Fotostopp obligatorisch. Der Blick auf den nördlichen Teil des Gardasees ist berühmt. Riva, der einzige größere Ort am See, der noch zum Trentino gehört, war einst Teil der Habsburgermonarchie.
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Von Riva haben die Radfahrer die Wahl: Entweder 63 Kilometer zurück an das Ufer der Etsch und zum nächsten Übernachtungsort Cacaion Veronese in die Pedale treten. Oder der Transfer von Rad und Radler im Kleinbus.

Die letzten 44 Kilometer auf dem Rad führen die E-Biker nach Verona – wie Goethe schon meinte, die "erste wirklich italienische Stadt". Ein paar Verlängerungstage in Verona, die Stadt vieler kultureller Sehenswürdigkeiten, der Schauplatz der wohl schönsten tragischen Liebesgeschichte der Welt, zahlt sich aus. Ponte Scaligero, Piazza delle Erbe oder Castelvecchio sind sehenswert.

Opernfinale

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Am Ende einer von Fröhlichkeit und Leichtigkeit getragenen Radreise – dank der Batterieunterstützung nicht extrem schweißtreibend – rinnt dann doch der Schweiß. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Arena steht die Luft. Doch spätestens wenn Carmen ihre "Habanera" unter dem sternenklaren Himmel singt, ist die Hitze vergessen.

Info: 48 Aufführungen von 23. Juni bis 27. August 2017. Eröffnet wird mit Nabucco, gefolgt von Aida, Rigoletto, Madame Butterfly und Tosca. www.arena.it

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Anreise WienLandeck mit den ÖBB, 5 Std., dann Shuttle nach Nauders. Dort Ausgabe der Fahrräder und E-Bikes.

Pauschalangebot von Donau Touristik GmbH., ein Spezialist für Radreisen.

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Etsch/Adige-Radweg klassisch:
Von Nauders nach Verona.
8 Tage ab 568 € Kat. B, 650 € Kat. A, p.P. im DZ. Zuschlag für E-Bike 68 €, Zuschlag für Halbpension 124 € bis 134 €.
– Inkludierte Leistungen: 7 x ÜN/F, Parkplatz, Gepäckservice bis Verona
inkl. Haftung bis 700 € p./P., Transfer Riva/Arco–San Giovanni inkl. Rad, VIP-Rücktransfer per Bus (Bahn), Leihrad + Satteltaschenverleih, Infopaket mit hervorragender Tourenkarte, GPS-Daten der Route, 7-Tage-Servicetelefon.www.donaureisen.at


Etsch-Radweg in der Gruppe Von Nauders bis zum Gardasee (233 km)
mit Guide und Sängerin Charlotte Ludwig, eine der charmantesten Wienerinnen. Von 10. bis 16. 9. 2017. Preis inkl. Halbpension (3-Gang-Menüs aus der trentinischen, Südtiroler und italienischen Küche) 790 € p. P. www.donaureisen.at

Fakten zum Etsch-Radweg
– Individuelle Radtour von Ort zu Ort
– 329–337 km Rad, 10 Min. mit dem Bus
– 95 Prozent autofreier Radweg, eben bis leicht bergab, sehr gut markiert, 5 Prozent auf Nebenstraßen und Wegen durch Obstgärten
– ca. 2,7 km vor Albaré Steigung (80 Höhenmeter)

Beste Reisezeit Mai bis Oktober

Auskunft www.discovertrento.it/de, www.gardatrentino.it