Politik/Inland

Porträt: Peter Kaiser krönt sich zum Wahlsieger

Wahlsieger des Abends ist SPÖ-Spitzenkandidat Peter Kaiser. Der 59-Jährige hat Platz eins für die SPÖ souverän verteidigt und auf das gute Ergebnis von 2013 mit einem Plus von mehr als zehn Prozentpunkten noch kräftig eins draufgepackt. Für eine rote Alleinregierung reicht es hauchdünn nicht, aber mit dem Ergebnis wird es wohl nicht möglich sein, an der SPÖ vorbei eine Koalition zu schmieden.

Kaiser streift damit den Lohn für seine Beharrlichkeit ein, mit der er seit der Übernahme der SPÖ im Jahr 2010 daran gearbeitet hat, die Sozialdemokraten wieder nach vorne zu bringen. Er hatte 2010 eine Partei übernommen, die in erster Linie aus durch Niederlagenserien demotivierten Funktionären und Mitgliedern bestand. Zudem herrschte in der Parteikasse Ebbe. Kaiser verjüngte die Mannschaft sukzessive, sanierte die Parteifinanzen und nutzte 2013 die Gelegenheit, die angeschlagenen Freiheitlichen aus dem Amt zu jagen.

Konsensualer Stil

Peter Kaiser wurde am 4. Dezember 1958 in Klagenfurt geboren. Nach der Matura 1977 war er Vertragsbediensteter des Landes Kärnten. In die Politik kam Kaiser über die Sozialistische Jugend. Er zog bereits 1989 erstmals in das Landesparlament ein, wo er eine Periode als Jugendsprecher fungierte. 1996 war er SPÖ-Spitzenkandidat für die Europawahl, seit 2001 ist er wieder Landtagsabgeordneter, im Oktober 2005 wurde er Klubobmann, 2008 Landesrat. Knapp drei Jahre als Landeshauptmannstellvertreter folgten, bis der Wahlsieg ihn ganz nach oben brachte.

Kaiser schmiedete eine Koalition mit ÖVP und Grünen, die mit Zweidrittelmehrheit regierte. Der größte Brocken der zu Ende gehenden Legislaturperiode war wohl die Bewältigung des Hypo-Heta-Debakels. Dazu brachte er mit seinen Partnern eine Verfassungsreform durch, die neben der Abschaffung des Proporzes auch eine Erwähnung der slowenischen Sprache enthält. Der Landeshauptmann pflegt einen konsensualen Stil und ist stolz darauf, dass weit mehr als 80 Prozent der Regierungsbeschlüsse in den vergangenen fünf Jahren einstimmig erfolgt sind.

Marathonläufer

Der Regierungschef ist leidenschaftlicher Marathonläufer, Ausdauer ist auch ein Attribut, das seine politische Arbeit gut umschreibt. Er ist kein Polterer und kein Demagoge, eher ein beharrlicher Arbeiter. Lange wurde ihm nachgesagt, beim Wahlvolk nicht anzukommen, das hat sich allerdings geändert. Inzwischen genießt er auch den direkten Kontakt mit den Menschen auf der Straße. Kaiser hat einen erwachsenen Sohn, der sich mittlerweile ebenfalls politisch betätigt. Er ist geschieden und lebt in einer Beziehung.

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