Politik/Inland

"Es ist notwendig": Ab Montag werden Schulen wegen Coronavirus geschlossen

"Es wird auch Maßnahmen in Schulen geben müssen", sagte Kanzler Sebastian Kurz nach dem Ministerrat am Mittwoch. Und um 17.30 Uhr dann die Nachricht: Ab kommender Woche werden Schüler in Österreich sukzessive von zu Hause aus und via E-Learning-Methode unterrichtet.

Bis dato gibt es laut Gesundheitsministerium 246 mit Corona infizierte Menschen, die in Österreich registriert sind. Damit die Zahl nicht exponentiell steigt und damit eine etwaige Ausbreitung von Corona nicht mit der Grippewelle einhergeht, greift die Regierung zu dieser drastischen Maßnahme.

"Es ist notwendig", betonte Bildungsminister Heinz Faßmann dann am Mittwochabend in der ZiB2. Alle Studien würden zeigen: "Wenn man was machen soll, dann jetzt." Zudem kündigte Faßmann an, dass die Zentralmatura auf Juni verschoben werden könnte. Die Entscheidung soll am Donnerstag fallen. Die Zentralmatura ist derzeit für 5. bis 13. Mai anberaumt.

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Oberstufenklassen-Schüler ab Montag zu Hause

Gelten wird dieser Beschluss ab Montag und zuallererst für alle Oberstufenschüler und für ganz Österreich. Grund: Bei diesen Altersgruppen ist keine Aufsicht von Erziehungsberechtigten zwingend.

Ganz im Gegensatz zu Unterstufen- und Volksschülern. Hier mussten Regierung und Sozialpartner einen Weg finden, um die Betreuungsmöglichkeiten für die Kleinsten zu gewährleisten.

Denn: Wenn die Kinder zu Hause bleiben, muss ein Elternteil die Aufsicht übernehmen. Großeltern, die diese Aufgaben womöglich bis dato übernommen haben, sollen dies dezidiert nicht mehr tun. Genau sie sind die vor dem Coronavirus zu schützende und gefährdete Altersgruppe.

Auf die Frage, warum die Maßnahme erst ab kommender Woche gelte, antwortete Faßmann in der ZiB2. "Es geht um einen geordneten Übergang."

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Unterstufenschüler sollen ab Mittwoch zu Hause bleiben

Schüler der Unterstufen und der Volksschulen sowie Kindergartenkinder sollen ab Mittwoch zu Hause bleiben, sofern sie dort betreut werden können.

"Alle, die zu Hause betreut werden können, sollen zu Hause bleiben", sagte Kurz. Alle anderen Kinder werden in Einrichtungen betreut werden, so der Kanzler weiter.

Gelten soll die Regelung bis zum Ende der Osterferien. Also bis zum 14. April. "Es ist gut, richtig und notwendig, dass das jetzt so stattfindet", betonte Kurz die Relevanz der "einschneidenden Maßnahmen".

"Exponentieller Anstieg steht bevor"

"Wir sind noch im linearen Anstieg, doch der exponentielle Anstieg steht bevor", sagte Unterrichtsminister Heinz Faßmann noch am Nachmittag.

Für die Maturanten wird eine eigene Lösung gefunden werden müssen, so Faßmann. "Bei den 6- bis 14-Jährigen machen wir keine vollständige Schließung. Wenn Kinder zu Hause bleiben können, sollen sie zu Hause bleiben. Die Pforten der Schule bleiben offen." Entsprechende Kommunikationskanäle zu den Eltern würden jetzt hochgefahren werden.

Lehrer müssen demgemäß in der Schule sein, um die Kinder, die nicht in elterlicher Obhut sind, zu betreuen.

Sollten mehr Kinder in die Schule kommen, als das der Plan der Regierung vorsieht - also zwei Drittel der Unter-14-Jährigen - werde es weitere Maßnahmen geben, so Kurz auf Nachfrage.

Noch keine Lösung gibt es in der Frage von Entgeltfortzahlungen für jene Eltern, die aufgrund von Betreuungstätigkeit der Arbeit fernbleiben. Am Donnerstag werde es dazu Gespräche auf Regierungsebene unter Federführung von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) geben. Dabei sollen die budgetären und arbeitsrechtlichen Konsequenzen besprochen werden.

Es bestehe die Notwendigkeit, in den Betrieben Regelungen zu finden, so Kurz. "Dort wo es möglich ist, soll man auf Teleworking zurückgreifen." Mit gutem Willen sei es möglich, gute Regelungen zu treffen, gab er sich überzeugt. Jetzt müsse in erster Linie der Fokus auf der Frage liegen: "Wie verhält man sich richtig, um die Gesellschaft, ältere Menschen, bestmöglich zu schützen".

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