Politik/Inland

Aufregung um Dinkhauser-Werbespot

Ein Pressspan-Verschlag mit rotem Vorhang vor schwarzem Hintergrund. Eine ebenso langbeinige wie -haarige Blondine im petrolfarbenen Minikleid und High-Heels. Achtziger-Jahre-Warteschleifenmusik und Kunstnebel. Das sind die Zutaten eines schlicht "Wahlkabine" betitelten Wahlkampfspots der Liste Fritz, der bis über die Grenzen Tirols Aufsehen erregt hat. Mittlerweile wurde das Video vom Netz genommen. Ziel des Spots war es allem Anschein nach, den Betrachter zum "Fremdgehen" zu überreden. Konkret sollte das bedeuten, bei der Landtagswahl am 28. April nicht die ÖVP, sondern die Liste Fritz, respektive deren Spitzenkandidatin Andrea Haselwanter-Schneider zu wählen.

Die gewichtigsten Argumente dafür waren dabei nicht etwa inhaltlicher Natur. Vielmehr versuchte die in der jungen Dame personifizierte Liste Fritz, durch schmachtende Blicke und sehnsüchtiges Haareschütteln zu überzeugen. Das Ziel: Ein Tirol "ohne schwarze Allmacht".

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"Kirche im Dorf lassen"

Die Sexismus-Vorwürfe sieht man bei der Liste Fritz gelassen. "Man sollte hier die Kirche im Dorf lassen", erklärte Pressesprecher Markus Sint gegenüber dem KURIER: "Wer es als sexistisch empfindet, dass eine junge Frau in High-Heels auftritt, der sollte seinen Frauenbegriff überdenken." Man habe das Video zwar nicht selbst produziert, stehe aber hinter dem Anliegen, die Macht der ÖVP in Tirol zu brechen und sehe keinen Grund, sich davon zu distanzieren. Abgrenzen will man sich viel mehr von der ÖVP, von der sich die von Fritz Dinkhauser gegründete Liste 2008 abgespalten hat.

Starke Frauen und skurrile Videos

Wahlvideos aus dem heiligen Land Tirol sorgen nicht zum ersten Mal für überregionales Interesse, bisher war dieses Feld jedoch fest in der Hand der ÖVP. Vor wenigen Jahren wurde ein Video der ÖVP Tirol Frauen Ziel des Spottes, in dem eine „Superwoman“ beweisen konnte, dass eine Frau von heute auch beim Führen des Haushalts und beim Bierholen erotisch sein kann.

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Im Landtagswahlkampf 2008 gelangte die YouTube-Reihe „Der Tiroler Weg“ zu wohl eher unfreiwilligem Ruhm. Darin wurden mehrere Kandidaten ausgiebig porträtiert, unter ihnen etwa der Galtürer Bürgermeister Toni Mattle und der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Konrad Plautz.