Politik/Ausland

IS bekennt sich zu Angriff auf Polizeischule

Bei der blutigen Attacke auf eine Polizeischule in der pakistanischen Provinz Baluchistan sind nach aktuellen Angaben rund 60 Menschen getötet worden. Zudem wurden unterschiedlichen Berichten zufolge zwischen 117 und mehr als 120 Menschen verletzt.

Die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat den Anschlag für sich in Anspruch genommen. Der Angriff sei von einer Gruppe von "IS-Kämpfern" ausgeführt worden, meldete die Nachrichtenagentur Amaq am Dienstag. Erst im August hatte sich der IS zu einem Angriff auf Trauernde in einem Krankenhaus in Quetta bekannt, bei dem 70 Menschen ums Leben kamen. Auch die pakistanische Taliban-Gruppe Jamaat-ur-Ahrar reklamierte die Tat für sich.

Attacke kurz vor Mitternacht

Der Innenminister der Provinz Baluchistan, Mir Sarfaraz Ahmed Bugti, erklärte, drei Angreifer hätten kurz vor Mitternacht (Ortszeit) den Wachmann erschossen und sich Zugang zu dem Schulgelände verschafft, wo sich rund 700 Polizeianwärter aufhielten. Die Angreifer hätten Sprengstoffwesten getragen. Der Angriff sei rund drei Stunden nach Eintreffen der Armee beendet worden, sagte der Leiter des Einsatzes, Generalmajor Sher Afgun.

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Der Generalmajor machte die radikale Gruppe Lashkar-e-Jhangvi verantwortlich. Dies gehe aus abgehörten Gesprächen hervor, sagte er. Die Lashkar-e-Jhangvi gehören zum pakistanischen Arm der radikalislamischen Taliban.

Nach Angaben der dpa rief ein IS-Kommandant am frühen Dienstagmorgen einen gut vernetzten pakistanischen Journalisten an und drohte mit weiteren Anschlägen, wie der Reporter der dpa sagte. Bald werde der IS "der Alptraum der pakistanischen Regierung" sein, habe er gesagt.

Rohstoffreiche Provinz Baluchistan

Die angegriffene Polizeischule liegt etwa 20 Kilometer südlich von Quetta, der Hauptstadt der Provinz Baluchistan. In der rohstoffreichen Provinz, die an den Iran und Afghanistan grenzt, sind radikale Islamistengruppen aktiv, die immer wieder blutige Anschläge auf die schiitische Minderheit verüben. Zudem kämpfen bewaffnete Separatisten mit Gewalt gegen die Sicherheitskräfte.