Meinung

"Wir bitten um Geduld"

Work in Progress nennt man das, auf dem Rücken von Zigtausenden Passagieren, die zu spät kommen

Martin Bernert
über die Problemlinie U4

"Wegen eines technischen Gebrechens kommt es leider zu unregelmäßigen Intervallen und längeren Wartezeiten. Wir bitten um Ihr Verständnis."

Seit Wiedereröffnung des sanierten Teilabschnitts Hietzing-Hütteldorf im vergangenen September werden die Fahrgäste der U4 auffällig oft um Verständnis und Geduld gebeten.

Der Grund für die vielen Störungen, so hört man, liegt in inkompatiblen Bits und Bites: Im Zuge der Bauarbeiten sei auch die Software zur Steuerung von Weichen und Signalen auf der gesamten U4-Strecke gewechselt worden. Und im Zusammenspiel der Technik gebe es noch Anlaufschwierigkeiten. Das sei ganz normal – bei komplexen technischen Systemen dauert es eben ein paar Monate, bis alles reibungslos funktioniert.

Work in Progress nennt man das – auf dem Rücken von Zigtausenden Passagieren, die zu spät kommen. Drei Monate lang wurde die U4 saniert und fuhr nicht auf der gesamten Strecke – immer verbunden mit dem Versprechen, dass nachher alles besser funktionieren werde als je zuvor.

Mitnichten. Im Sommer waren es die Bauarbeiten, jetzt ist es die Software. Was kommt als Nächstes?