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Fenster

Erwachsene erfreuen sich an Wellness-, Parfum-, Bier- oder Dessous-Adventkalendern

Andreas Schwarz
über Adventkalender

Heute geht’s los mit dem Kästchen-Öffnen – Fenster-Aufmachen versteht ja kein Kind mehr.

Daher ein kleines Märchen: Es war einmal ein Maler, der malte ein Bergdorf mit Häusern und vielen Fenstern, und die waren zu öffnen, und dahinter verbarg sich je ein Bild. 23 mal, bis zum Heiligen Abend. Das 24. Bild hinter einer Doppeltür sollte eine besondere Überraschung sein und war jedes Mal die Krippe mit dem Jesu-Kind.

Fad auf Dauer.

Später warteten hinter den Fenstern Schokoladestückchen. Noch später kleine Autos, Lego-Steine, Hello Kitty- oder Ice-Age-Figuren. Aktueller Renner: Adventkästen mit Einzelteilen für den Bau von Helikopter/Monster-Truck/Drohne. Erwachsene erfreuen sich an Wellness-, Parfum-, Bier- oder Dessous-Adventkalendern. In Kanada geht online gerade ein Marihuana-Kalender (Titel: "Merry Cannabis") wie Hölle.

Apropos: Frau Holle im Himmel, da sind wir wieder beim Märchen, hat gerade geschüttelt. Was Kinderaugen strahlen macht. In der Früh, am Fenster.