Leben/Gesellschaft

Gruseliger Kettenbrief von "Momo" verunsichert Kinder und Eltern

Was früher via E-Mail verbreitet wurde, hat längst beliebte Messenger-Dienste erreicht: Die Rede ist von Kettenbriefen, in denen man direkt aufgefordert wird, den Brief zu kopieren und an mehrere weitere Empfänger zu senden. Die Inhalte der Botschaften reichen von relativ harmlosen Nachrichten, die nur zum Weiterleiten eines Textes auffordern, bis hin zu Texten, die Empfänger durch Gewinnspiele oder Virenwarnungen dazu verleiten, schädliche Links anzuklicken.

Nicht selten enthalten Kettenbriefe angsteinflößende Geschichten und sollen an Freunde und Bekannte weitergeschickt werden, um etwa ein Unglück zu verhindern. Das aktuellste Beispiel betrifft die Handy-Applikation . Dort wird mit einem gruselig anmutenden Foto und absurden Drohungen auf Nutzerfang gegangen.

"Momo" macht Kindern Angst

Wer die Nachricht eines WhatsApp-Kontakts namens "Momo" nicht weiterleitet, dem sollen angeblich schlimme Dinge widerfahren, heißt es in den entsprechenden Nachrichten.

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Das Phänomen, welches sich Medienberichten zufolge von Spanien aus in den vergangenen Monaten weltweit verbreitet haben soll (mehr dazu hier), habe "auf junge und unerfahrene Nutzer" mitunter "verstörende oder bedrohliche" Wirkungen, wie Iren Schulz, Mediencoach der Initiative "SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht", erläutert. "Besonders Kettenbriefe wie der von 'Momo' können Kindern Angst machen", sagt Schulz.

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Insbesondere Kinder und Jugendliche reagieren verunsichert. "Das Gruselfoto des vermeintlichen Absenders in Kombination mit dem Text ängstigt junge Menschen auch deshalb, weil die Kommunikation mit dem Smartphone zum Beispiel über WhatsApp eine Nähe und Unmittelbarkeit zwischen Sender und Empfänger erzeugt", betont Schulz.

Auch die Polizei in Deutschland warnt mittlerweile vielerorts vor "Momo".

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Kinder aufklären

Die Medienpädagogin rät dazu, solche und andere Kettenbriefe einfach zu löschen. Eltern können ihren Kindern bei Nachrichten von "Momo" und anderen unheimlichen Botschaften die Angst nehmen. "Der beste Weg ist Aufklären: Kettenbriefe werden bewusst verbreitet, um andere zu erschrecken. Es passiert nichts, wenn Kinder die Nachricht nicht weiterleiten und sie stattdessen löschen." Durch das Nicht-Weiterleiten wird das Kind sogar zum Helfer: "Durchbricht es die Kette, schützt es seine Freunde vor unangenehmen Erfahrungen", so Schulz.

Kettenbriefe, wie die von "Momo", sind für Eltern außerdem ein guter Anlass, mit ihrem Kind grundsätzlich über die verschiedenen Arten von Kettenbriefen zu sprechen, deren Mechanismen zu durchleuchten und zu versichern, dass Ignorieren und Löschen die beste Reaktion ist.