Kultur

In Krems trifft Schönes auf Hässliches

Bei "Lucas Bosch Gelatin" wird der große Bogen von Hölle und Paradies bei den niederländischen Malern rund um Hieronymus Bosch im 15. und 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart gespannt.

Die alten Meister lieferten nur die "Ideenfolie" für das, was Sarah Lucas, gefeierter "Young British Artist" der 1980er- und 90er-Jahre, und Gelatin, u. a. mit rund 20 Helfern vor Ort in den letzten zwei Wochen kreierten: einen Holzbaum mit Gipsabgüssen von Körperfragmenten, mit Leuchtstoffröhren dekorierte alte Badewannen mit Stiefeln aus Gips daneben, auf einem Gehstock aufgespießte Bierdosen, fantastische Holz-Skulpturen, dekonstruierte Möbel, ein Stoffelefant, dessen Rüssel durch ein Bild ragt ...

"Hässliche und das Schöne in einer Nachbarschaft"

Von Sarah Lucas sind verschiedene Objekte aus Nylon-Strumpfhosen zu sehen, außerdem eine Wendeltreppe in Rosa aus Schaumstoff mit organischen Accessoires und ein riesiger, beweglicher Unterarm aus der Sammlung ihres Künstlerkollegen Damien Hirst.

"Gezeigt wird das Hässliche und das Schöne in einer Nachbarschaft", sagt Kunsthalle-Krems-Direktor Hans-Peter Wipplinger zum Konzept. "Das Reale und Imaginäre, das Bewusste und Unbewusste oszillieren. Unsere Wahrnehmungs- und Denkstrukturen werden immer wieder ausgehebelt."

Beim Künstlerkollektiv Gelatin, das u. a. bei den Salzburger Festspielen 2003 mit einer Brunnenfigur mit rosa Phallus Aufsehen erregt hat, in Krems mit Arbeiten aus den letzten zehn Jahren - Plastilinbildern, Zeichnungen, Fotocollagen und Objekten - vertreten, ist "alles im Fluss", so Wipplinger.

Und just diese Show vielleicht "ein Wendepunkt vom Aufdecken der Narrenkappe hin zum Klassischen".

Info:

Bis 6. November, täglich 10 bis 18 Uhr, Führungen So. und Fei. (14 Uhr);
Katalog: 24,90 €
www.kunsthalle.at