August Schmölzer und "Die Toten vom Bodensee"

August Schmölzer (Gschwender) hat große Schuld auf sich geladen

August Schmölzer kehrt als undurchsichtiger Polizei-Chef zurück. Norah Waldstätten klärt ein Trauma (20.15).

Für den angereisten Chefinspektor ist es keine Frage. "Wir schaffen das aus der Welt", sagt Ernst Gschwendner ( August Schmölzer). Auch wenn das Problem, das sein Schützling, Kommissarin Hannah Zeiler (Norah Waldstätten) hat, ein großes ist: Auf der "Galgeninsel" liegt ein Mann tot nach einem Kopfschuss aus ihrer Dienstwaffe – und sie bewusstlos daneben …

Die neue, sechste Folge "Die Toten vom Bodensee – Der Wiederkehrer" (20.15, ORFeins) führt zu den Anfängen der Reihe zurück und macht vieles an Hannah Zeilers sozial schwer verträglichem Verhalten klar. Ihr Trauma ist ein Unglücksfall auf dem Bodensee in ihrer Kindheit, bei dem ihre Eltern umkamen. Die Leiche der Mutter wurde gefunden, jene des Vaters, einem Staatsanwalt, nie. Was ist damals passiert?

"Die Toten vom Bodensee", "Der Wiederkehrer." Auf der abgelegenen "Galgeninsel" stirbt ein Mann durch einen Kopfschuss - ein neuer Fall für den deutschen Kommissar Micha Oberländer und seine österreichische Kollegin Hannah Zeiler. Doch diesmal ist Hannah persönlich involviert: Der Tote hatte das Verschwinden von Hannahs Vater vor 20 Jahren im Fokus - lebt ihr Vater etwa noch? Das Verhältnis der beiden Kommissare wird in ihrem sechsten gemeinsamen Fall auf eine starke Probe gestellt, bei der Oberländer am Ende eine folgenschwere Entscheidung treffen muss.Im Bild: Matthias Koeberlin (Micha Oberländer), Nora Waldstätten (Hannah Zeiler). SENDUNG: ORF eins - SA - 13.01.2018 - 20:15 UHR. - Veroeffentlichung fuer Pressezwecke honorarfrei ausschliesslich im Zusammenhang mit oben genannter Sendung oder Veranstaltung des ORF bei Urhebernennung. Foto: ORF/Graf Film/Petro Domenigg. Anderweitige Verwendung honorarpflichtig und nur nach schriftlicher Genehmigung der ORF-Fotoredaktion. Copyright: ORF, Wuerzburggasse 30, A-1136 Wien, Tel. +43-(0)1-87878-13606

Rätsel

Der Schlüssel zu diesem Rätsel ist Gschwendner. "Er hat damals schwere Schuld auf sich geladen. Er ist eine zwiespältige Figur, ein Einzelgänger. Er empfindet aber eine fast väterliche Zuneigung zu Hannah, deren Mentor bei der Polizei er geworden ist", sagt Schmölzer. Gschwendner ist aber auch einer vom alten Schlag, der es sich ohne viel Skrupel gerichtet hat. "Das erinnert an Korruptionsfälle, die dieser Tage vor Gericht verhandelt werden."

"Der Wiederkehrer", der in fast nordisch wirkenden Bildern umgesetzt ist, knüpft direkt an Folge eins an, die 2014 gelaufen ist, ist aber ohne Vorwissen verständlich. "Gschwendner hat natürlich seitdem eine Entwicklung genommen. Die zu zeigen, wäre interessant gewesen. Als dieser Aspekt in der zweiten Folge jedoch noch weniger eine Rolle spielen sollte, war das für mich uninteressant und ich wurde rausgeschrieben", erinnert sich der Steirer. Jetzt aber war die Story für ihn wieder so, dass Gschwendners Rückkehr Sinn machte.

Und er sieht Potenzial im Verhältnis zwischen Hannah und ihrem Mentor, "vielleicht als Nebenstrang."

Markenzeichen

Zwiespältige, zerrissene, undurchschaubare Figuren sind sein Markenzeichen geworden. "Die machen als Schauspieler mehr Spaß." Privat ist der 59-Jährige alles andere als eine finstere Figur: Gut zehn Jahre hat seine Initiative Gustl 58 Geld gesammelt und an Menschen im Schilcherland gegeben, die es gebraucht haben. Nun hat er über eine Stiftung gemeinsam mit Juristin Daniela Majer und Steuerberater Lukas Zeinler das neue Stieglerhaus in St. Stefan ob Stainz ins Leben gerufen. Das soll Kommunikations-, Kunst- und Kulturzentrum sein. "Hier sollen Menschen reden, tun und zusammensein können. Da kann sehr viel aus sich heraus entstehen."

Christoph Silber 13.01.2018