Kolumnen

Das Spiel mit dem Feuer

Rapid ist ein Phänomen. Auch im Tief garantiert Grün-Weiß hohe Quoten und viele Klicks. Diesem Trend folgend widmen gleich drei TV-Sender ihre Live-Diskussionen dem Tabellenachten.

Im ORF-Sport am Sonntag treffen Rapid-Sportdirektor  Fredy Bickel und Rapids letzter Meistermacher Peter Pacult, der gerne wieder Rapid-Trainer geworden wäre, aufeinander.

Morgen will der Grazer Sturm-Ex-Präsident Hannes Kartnig im Salzburger Hangar-7 bei Servus TV nicht nur aus seiner folgenschweren (Funktionärs-) Schule, sondern auch über Rapid plaudern. Eine Stunde zuvor werden Rapids Präsident Michael Krammer und Rapids geschätzt gewesener deutscher Ex-Manager Helmut Schulte im nur drei Kilometer vom Rapid-Stadion entfernten Sky-Studio vermutlich moderatere Töne anschlagen. Solche sind zum heiklen Thema „Macht der Ultras“ allein schon aus Selbstschutz nachvollziehbar.

Oder war es nur Zufall,

... dass der deutsche Sportdirektor Andreas Müller erst nach seinem Rapid-Ende aus sicherer Entfernung in Deutschland erklärte, dass er im Gegensatz zur Rapid-Führung nicht mit den Ultras im Bett gelegen sei ?

... dass Müllers Schweizer Nachfolger Bickel in Wien sein Dienstauto kürzlich mit zerstochenen Reifen vorgefunden hat?

... dass die Ultras-Feindbilder Andreas Ivanschitz (Red-Bull-Vergangenheit) und Roman Wallner (auch Austrianer) zu Steffen Hofmanns Abschiedsspiel nicht eingeladen wurden?

... und dass der vom Block West zu Rapids jüngstem Vizepräsidenten aufgestiegene Christoph Peschek (35) nach Ausschreitungen Sündenböcke stets unter Spielern bzw. Fans des Gegners und der Polizei findet?

Bei Behörden und Bundesliga wird dem rhetorisch geschickten Peschek Präpotenz nachgesagt. Hartnäckig verteidigt er das Spiel mit dem Feuer, die Pyrotechnik, welche die UEFA international verboten hat.

In Glasgow verhielten sich 1500 Rapid-Fans mustergültig. Die Stimmung stimmte auch ohne Bengalen. War das ebenfalls nur Zufall?