Kolumnen

Decke auf den Kopf

Wenn das letzte Mehl zu Do-it-yourself-Brot verknetet und das letzte Gelenk beim Wohnzimmer-Yoga ausgerenkt ist, werdet Ihr erkennen, dass Heimquarantäne ohne Heimwerkermarkt nicht glücklich macht.

Denn im überstrapazierten Eigenheim werden allmählich nicht nur die Gelenke, sondern auch die Schrauben locker. Und es geht nicht nur das Mehl, sondern auch das Licht aus. – In den meisten Haushalten dürfte allerdings weit mehr als nur eine Glühbirne durchgebrannt und eine Schraube locker sein, wenn man die Warteschlangen – was heißt hier Schlangen, die Wartepythons – auferstandener Heimwerker vor den Baumärkten betrachtet.

Ehe einem die Decke auf den Kopf fällt, lieber rasch ein paar Stunden angestellt, um ein neues Dach zu bauen. Ehe man daheim Wurzeln schlägt, lieber schnell zum Gartencenter, um ein paar Flachwurzler zu ergartern.

In den endlich wieder geöffneten Bundesgärten gab es gestern übrigens keine Blockabfertigung. Allerdings auch keine Schrauben und Glühbirnen.