Leben/Salz und Pfeffer

Florian Holzers Restauranttest: Stöckl im Park

Als die Familie Welledits vor vier Jahren das Areal des früheren Restaurants "Belvederestöckl" im Park des Palais Schwarzenberg betrat und beschloss, hier ein Bierlokal machen zu wollen, dachten wohl alle, dass das ein bisschen schneller gehen würde. Anrainerbeschwerden und Auflagen diverser Behörden verzögerten Bau und Eröffnung allerdings. Wobei die Sorge sowohl der Nachbarn als auch der Administration verständlich ist, denn das Ding ist riesig: 280 Sitzplätze auf drei Ebenen, 600 Plätze im Garten, sieben Millionen Investition, eigene Brauerei mit beachtlichem Ausstoß und das alles umgeben von 300 Jahre alten Bäumen und historischer Bausubstanz. Aber vorige Woche war’s dann soweit, das "Stöckl im Park" ging in Betrieb. Gleich vorweg: Das Beste ist der Ausblick über den Park und auf das Schloss Belvedere. Architektur und Einrichtung erinnern eher an ein Seminarhotel, die Küche liefert massentauglichen Mainstream, das dafür umso flotter. Und klar: Um eine Bierbrezensuppe wirklich gut zu machen, braucht es reichlich kulinarischen Witz, sonst ist es einfach eine fade Brotsuppe – so wie hier (4,90 €). Die gebackenen Blunzenradeln auf Blattsalat waren brav, aber nicht mehr (11,20 €), die Rindsroulade durchaus mürbe, die dunkle Biersauce dazu unpassend (17,50 €). Die größte Frage aber ist: Wenn man 1,3 Millionen Euro in eine eigene Brauerei investiert, wieso sind die Biere dann so unspektakulär? Im Frühling, wenn der Biergarten fertig ist, wird das hier sicher interessant, bis dahin wird das "Stöckl im Park" aber eine harte Zeit haben.

Stöckl im Park
Wien 3, Prinz-Eugen-Str. 25,
Tel: 01/796 50 50,
Mo-So 11-24,
www.stoecklimpark.at

Bewertung:
   Essen: 30 von 50
   Service: 7 von 10
   Weinkarte: 10 von 15
   Ambiente: 17 von 25
Gesamt: 64 von 100


florian.holzer@kurier.at

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