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Der fliegende Tisch

Wenn die eigenen vier Wände plötzlich mehr sein müssen als nur familiärer Rückzugsort. Nämlich auch noch Arbeitsplatz, Schule, Spielplatz und Turnhalle in einem. Auch bei noch so kreativer Mehrzwecknutzung platzt der private Raum schnell aus allen Nähten. Außer man hat beizeiten in Möbel investiert, die auf Knopfdruck verschwinden. Zum Beispiel in den Flying Table des Pariser Designers Jean-Christophe Petillault vom Architekturbüro JCPCDR. Sein fliegender Tisch schafft enorme Flexibilität, nicht nur im Homeoffice.

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Von der Idee zum Raumwunder

Die Idee zu dem Möbel kam Petillault, als er an verschiedenen Bürosanierungsprojekten in Paris arbeitete. Eine zentrale Fragestellung dabei war die flexible Nutzung. „Aufgrund der beengten Raumverhältnisse in unserer Stadt, ist es sehr wichtig, dass Räume vielseitig bleiben und für unterschiedliche Zwecke genutzt werden können“, erklärt der Designer. „Besprechungsräume zum Beispiel sind nicht immer belegt, nehmen aber einen großen Teil des Gebäudeplans ein und sind oft mit Möbeln vollgestellt.“

Ein Tisch, der ohne viel Aufwand und möglichst formschön verstaut werden kann, bringt eine bislang unerreichte Flexibilität in jedes Büro – vom mobilen Tiny Office bis hin zum Großraum-Komplex. „Ich wollte einen großen Tisch entwerfen, der einer Vielfalt an Bedürfnissen gerecht wird und sich an unterschiedliche Situationen anpasst“, so Petillault. Je nach gewählter Höhe fungiert er als Schreibtisch, Besprechungstisch, Esstisch oder Couchtisch.

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Low-Tech aus dem Alltag

Auch wenn der Flying Table eine gewisse Luftigkeit suggeriert, ist er alles andere als fragil. Petillault hat einen Tisch aus massiver Eiche entworfen, der durch einen Zugmechanismus mit einer Andockstation an der Decke verbunden ist. Der Mechanismus wird zwar über eine Fernbedienung gesteuert, aber smarte Technologie ist hier (noch) nicht im Spiel. 

Dies ist ein Tisch mit Unterhaltungswert, er wurde als architektonisches Alltagsobjekt entworfen, vielseitig und funktionell.

Jean-Christophe Petillault, Architekt

Stattdessen haben ganz gewöhnliche Mechaniken aus dem Alltag die Inspiration für den Flying Table geliefert – vom Sicherheitsgurt im Auto bis zum Vorhangmotor. „Dies ist ein Tisch mit Unterhaltungswert, er wurde als architektonisches Alltagsobjekt entworfen, vielseitig und funktionell“, heißt es vonseiten des Architekten.

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Tischlein, versteck dich!

Der Tisch ist an vier Sicherheitsgurten aufgehängt, die an einer beleuchteten Docking-Station an der Decke festgemacht sind. Die Gurte sind um einen Rollladenmotor gewickelt, über den sich der Tisch auf die gewünschte Höhe herabsenken lässt.

Der Eichentisch kann an der Gurtbefestigung hängend genutzt werden oder über ausklappbare Tischbeine fest am Boden stehen. Per Remote Control werden die Gurte von der Andockstation eingeholt und bei Bedarf wieder ausgefahren. Will man den Raum anderweitig nutzen, macht der Tisch Platz und verschwindet an die Decke.

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Platz für Foto-Shootings und Partys

Die am Deckenelement integrierte Beleuchtung hat sowohl funktionellen als auch ästhetischen Wert und sorgt für einen leicht futuristischen Touch. Die abgerundete Lichtleiste verleiht dem massiven Holzmöbel eine gewisse Leichtigkeit.

Dieses Design erlaubt einem traditionell großen und schweren Möbelstück, zu einem vielseitigen, verspielten und zeitgemäßen Objekt zu werden.

Jean-Christophe Petillault, Architekt

„Dieses Design erlaubt einem traditionell großen und schweren Möbelstück, zu einem vielseitigen, verspielten und zeitgemäßen Objekt zu werden“, sagt der Architekt. Als Bestimmungsort für den Flying Table nennt er Wohnraum, Büro und Werkstatt. „Im Grunde kann er überall dort eingesetzt werden, wo es einen Tisch braucht, nur kann der Raum dann noch für andere Zwecke genutzt werden: für Kinderspiele, Yoga, Tanz, Foto-Shootings oder Partys.“

Text: Gertraud GerstFotos: David Foessel, JCPCDR

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