Chronik/Wien

Flughafen: Für 32 Euro Passagier spielen

Verhalten Sie sich einfach so, wie wenn Sie auf einer normalen Reise unterwegs wären“, erklärt die Flughafen-Mitarbeiterin ihren rund 70 Zuhörern. Sie gehören zu den ersten Freiwilligen, die bis April den neuen Skylink auf dem Flughafen Wien-Schwechat testen dürfen. Darunter nicht nur ältere Luftfahrt-Freaks, sondern auch zahlreiche jüngere Menschen. Die eigentliche Inbetriebnahme ist für Juni geplant. Am Donnerstag ging die erste Runde des Probebetriebs über die Bühne, bei dem die Statisten sämtliche Abläufe vom Check-in über die Sicherheitskontrollen bis hin zum Boarding durchspielen. So sollen mögliche Schwachstellen noch vor der eigentlichen Inbetriebnahme aufgespürt und ausgemerzt werden. Als Aufwandsentschädigung gibt es für die Teilnehmer 32 Euro.

Geld hin oder her: Die insgesamt 3000 Plätze waren in den vergangenen Wochen sehr rasch vergeben. Wer sich nicht vorab angemeldet hat und am Donnerstag noch mitmachen wollte, fand an den freundlichen, aber bestimmten Securitys keinen Weg vorbei. Nach der Einweisung begann der eigentliche vierstündige Testbetrieb, während Bauarbeiter in den weitläufigen Hallen noch mit dem letzten Feinschliff beschäftigt waren. Der neue Terminal samt Pier hat eine Fläche von insgesamt 150.000 m². Er beherbergt 64 Check-in-Schalter, 40 Check-in-Automaten sowie 48 Gates.

Kostenexplosion

Es sind aber weniger die technischen Eckdaten, die das Mega-Projekt in den vergangenen Monaten und Jahren in die Schlagzeilen brachten. Für heftige Diskussionen sorgte vielmehr, dass sich das Bauvorhaben zu einem Milliardengrab entwickelte. Ursprünglich waren die Kosten mit 400 Millionen Euro veranschlagt worden. In seinem Endbericht geht der Rechnungshof hingegen von knapp einer Milliarde aus.

„Uns ist es aber gelungen, die Kosten für den Skylink auf unter 770 Millionen Euro hinunterzubringen“, betont Norbert Steiner, der 2009 als Projektleiter eingesetzt wurde. Hinzu kämen rund 100 Millionen Euro für Schnittstellenprojekte (z. B. die Verbindung zur Bahnanlage). Möglich wurde das durch die Neu-Ausverhandlung der Verträge mit den Baufirmen. Entgegen kam dabei den Planern die Wirtschaftsflaute 2009, die mit dem Rückgang des Passagier-Aufkommens einherging.